History-Club Zülpich 2014
Geschichte(n) aus der Zülpicher Börde



Katholisches Familienzentrum 

KiTa St. Elisabeth in Füssenich


 


Die Anfangszeit 1945 - 1962


 19.08.1945
Die Kinder durften in den neuen Kindergarten.
Leiterin: Die Augustinerin Evarista -
"Heilige Elisabeth aus Füssenich" Namensgeberin.

                                                Das Gebäude heute, rechts hinten war der Anbau.

                                                  Hier, hinter dem Hauptgebäude , befand sich der Anbau .



Zögerliche Bemühungen, einen Kindergarten in Füssenich-Geich einzurichten, kann man in die Zeit zwischen 1938 und 1945 ansetzen. Pfarrer Johannes Klein der von 1930 bis 1949 im Kirchenamt war, segnete schließlich am 19.August 1945 den katholischen Kindergarten St. Elisabeth ein (seinerzeit noch angebaut an das ehemalige Jugendheim in Füssenich, Foto oben), wo er bis zum Neubau des Hortes 1956 an der Jülicher Straße 2  verblieb [1]. Der Anbau wurde später abgerissen. Die Leitung oblag bis 1950 den Augustinerinnen des Klosters zu Füssenich.  

Die erste Leiterin war die Augustinerin Evarista.

 
[1] Vergl. Hanns G. Noppeney, Festvortrag am 11.09.2011 – 300 Jahre St. Nikolaus Füssenich (Fotos der Pfarrer aus der o.a.Vortrag in PDF).




Der neue Kindergarten in der 
Jülicher Straße, Füssenich.


Am 26. Mai des Jahres 1956 war es dann endlich so weit. Füssenicher und Geicher Kinder gingen in den neuen Kindergarten an der Jülicher Straße Nr. 2 in Füssenich.

Der damalige Dorfpfarrer, Wilhelm Königs (Foto), der die Pfarre 1950 übernahm, trug zum Bau des neuen Gebäudes maßgeblich bei. Die Dorfbevölkerung rief nach einem Kindergarten, der entgegen des stark verkehrstangierten Jugendheimes eher an einer ruhigeren Stelle liegen sollte. Dafür war die Wiese an der Jülicher Straße natürlich der genau richtige Bauplatz.

 

                                                           Der Kindergarten 1956 und in der Gegenwart

                                                                                             

 

 Maria, breit den Mantel aus...
Marienfigur vor dem Kindergarten in Füssenich

Marienfigur vor dem Kindergarten, vermutlich anl. der Einweihung 1956 aufgestellt.


Stifterin des neuen Kindergartens war Frau Elisabeth Guth, geb. Koerver, die den Wunsch ihrer Mutter Katharina Koerver erfüllte, nach ihrem Tode auf den 28 Morgen Land eine Kinderbewahranstalt (wie es früher hieß) errichten zu lassen. 

 

Die Leitung des Kindergartens war bereits 1950 in zivile Trägerschaft gelegt worden, nachdem die Augustinerinnen das Kloster zu Füssenich verlassen hatten.


Die heilige Elisabeth als Schutzheilige des Kindergartens

Schutzheilige des Kindergartens ist die heilige Elisabeth aus Füssenich. Wer nun vorschnell schlussfolgert - und das ist sehr naheliegend - ,dass die schöne Figur vor dem neuen Kindergarten die "heilige Elisabeth aus Füssenich" darstellt, den muss der Autor eines Besseren belehren.

Es handelt sich hier um die Darstellung der Miriam aus Nazareth - oder besser aus-gedrückt: Maria, die Mutter Jesu Christi, was auch die kleine Inschrift "Maria, breit´ den Mantel aus" noch bekräftigen dürfte. Die Figur wurde vermutlich anlässlich der Einweihung des Kindergartens im Jahre 1956 aufgestellt.



Legenden um die heilige Elisabeth aus Füssenich.
Wunder in der 1197 eingeweihten Kapelle St. Nikolaus.


Elisabeth lebte um das Jahr 1220 im Kloster zu Füssenich. Sie könnte demnach den dort als Laienbruder und Viehhüter aufgenommenen Alderikus  gekannt haben. Ver-mutlich kam sie aus einer adeligen Familie, da zu dieser Zeit nur ledige Nonnen  aus dem Kreise des Ritterstandes bzw. aus der städtischen Oberschicht ins Kloster ein-treten durften. Sie war die Schülerin von dem später selig und erst 1958 heilig ge-sprochenen Hermann Josef aus dem Kloster in Steinfeld. Ihr wurden - der Legende folgend - mystische Erfahrungen zuteil. Das bedeutet, sie war eine Klosterschwester, deren Erlebnis- und Erfahrungshorizont ungewöhnlich größer war, als der eines Durch-schnittschristen. Ihr Gedenktag ist der 20. Januar.

 

Erstes Wunder:

Elisabeth fiel dem Herrn im Himmel wegen ihrer Frömmigkeit im Kloster zu Füssenich besonders auf. Sie nahm gerne an den doch manchmal übermäßig langen Messen und Predigten des Hermann Josef teil, der regelmäßig in den beiden Klöstern in Hoven und Füssenich die heilige Messe las. Die anderen Schwestern murrten unentwegt und hiel-ten vor, dass man durch die langen Messen viel Arbeitszeit im Kloster verlöre. Elisa-beth aber dankte Gott für die langen Gebete.

Einmal  - während der harten Wintermonate - stand Hermann Josef, die Hände er-hoben, bei der Lesung einer Messe still da und merkte anscheinend nichts mehr um sich herum.  Versteinert und versunken stand er dort wie von Sinnen. Die anwesenden Schwestern wunderten sich nicht mehr über diese zeitraubenden Rituale und gingen nach und nach wieder ihrer Arbeit nach. Nur Elisabeth wollte nicht weichen und harrte in der frostigen Kälte bei Hermann Josef weiter aus. Und siehe da, der Herr tat ein Wunder und der Heiland und Maria standen an der Seite des Hermann Josef und hauchten ihn an, damit ihm die Kälte verging. Als die Messe nun endlich gelesen war, berichtete Elisabeth dem Hermann Josef von dem Geschehen. Dieser wollte es aber nicht so recht glauben und meinte, er habe nichts dergleichen vernommen, wenn auch eine zeitweise Wärmezufuhr nicht zu leugnen gewesen sei. Er dankte der Gottesmutter für diese besondere Gnade und Liebe ihm gegenüber - so die Legende.

Zweites Wunder
Als Hermann Josef, der im Kloster zu  Füssenich oftmals die heilige Messe in der klei-nen wieder aufgebauten Kapelle St. Nikolaus las, mal wieder nach Füssenich kommen wollte, verfiel er in eine schwere Krankheit, die zu großen Sorgen im Kloster führte. Das vernahm auch die fromme Schwester Elisabeth. Da Hermann Josef damals aber nicht im Kloster, sondern außerhalb wohnte, nahm sie sich Urlaub von den Oberen und be-suchte den schwer kranken Lehrmeister, um ihm das letzte Lebewohl zu sagen. 

 

Als sie ihn in seinem totkranken Zustand vorfand, war sie sehr betrübt und begann, den Herrn Jesus anzuflehen, er möge doch dem Leben des Hermann Josef  bitte noch kein Ende setzen.  Elisabeth betete und flehte unaufhörlich. Und tatsächlich "erschien" ihr der Heiland und sagte zu ihr: "Ich habe Deine Gebete erhört und werde dem schwer Erkrankten noch fünf Lebensjahre schenken." Elisabeth war damit aber nicht zufrieden und wollte insgesamt 12 Jahre mit dem Heiland aushandeln. Der Herr hatte Mitleid mit der frommen und gottesfürchtigen Elisabeth und gewährte dem Kranken letztendlich neun Jahre in Gesundheit. Frohen Herzens ging Elisabeth zu Hermann Josef, um ihm die große Neuigkeit zu berichten. 

Die anderen Schwestern gaben sich aber ungläubig und wollten die Geschichte nicht glauben. Zu abenteuerlich und anmaßend erschienen ihnen wohl die "Verhandlungen" mit dem Herrn. Sie alle wurden bald gründlich eines Besseren belehrt. Denn nur kurze Zeit später stand der Totkranke auf und wurde wieder gesund. Der Legende nach lebte er noch neun Jahre.

Elisabeth aber war voller Freude. Wenige Jahre später starb Elisabeth, währenddessen Hermann Josef wieder einmal im Füssenicher Kloster die Messe las. Zwei Engel, die ihm im Gotteshaus während der Messe erschienen, entzogen sie seinen Blicken hinauf gen Himmel - so die Legende.


Links: Der unter dem Papst Benedikt XIII. selig ge-sprochene und 1958 heilig gesprochene Hermann Josef - hier auf einem Fensterglas in der Alderikus-kapelle in Füssenich.

Gedenk- und Namenstag ist der 21. Mai. Der Bei-name "Josef" erhielt er aufgrund seiner mystischen Gabe und wegen seiner großen Marienfrömmigkeit (mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria).

Der Name "Josef "war um diese Zeit kein üblicher Beiname.


Vergl. Heribert van der Broeck " Streifzug durch die Geschichte der Pfarrgemeinde Füssench" 1963 Foto Kath. Familienzentrum Kindertagesstätte St. Elisabeth Jülicher Straße 2, 53909 Zülpich-Füssenich, E-Mail: kiga-fuessenich@t-online.de.

[1] Vergleiche Auszüge von Franz Philipp Kaulen " Die Legende vom seligen Hermann Josef" 1862.


Time to remember

  Aus dem täglichen Leben im Kindergarten der Anfangszeit


         Oben. Kindergarten, noch im Jugendheim, im Jahre 1949.

                   Mittig im Bild die Leiterin des Kindergartens, die Augustinerin Schwester Saveria aus dem Kloster zu Füssenich.

                   Obere Reihe, zweite von rechts: Erzieherin Margret Strack, die 1946 ihren Dienst antrat.  Daneben Maria Becker, damals wohnhaft in Füssenich, Große Gasse ,an der Muldenauer-Bach-Brücke.

       

 


Oben: Kindergarten in der Jülicher Straße 2, Füssenich, um 1959/60. Links: Tante Eta (Eckstein,)Tante Maria (Oberkirch) und rechts Tante Margret (Strack). Untere Reihe, 3. v.l. der Autor.

Gruppenfoto um 1962/63. Oben: v.l. "Tante Eta" (Eckstein), 

Schwester/Mater Oetsch, "Tante Margret" (Strack).


      Gruppenfoto aus dem Jahre 1959/60. Im Kloster war ein  holländischer Priester zu Besuch.

        Links im Foto: Maria Oberkirch, die den Kindergarten 1962 in Richtung Eschweiler verließ.

      Oben: Beschäftigung der Kinder durch Schwester/Mater Oetsch Anfang der 1960er Jahre. Im Hintergrund sieht man die Arbeiten im Braunkohletagebau in Sichtweite der Jülicher Straße in Füssenich, die 1959 begannen.

     Oben:  Erzieherin Margret Strack, von uns Kindern liebevoll "Tante Margret" genannt.

Sie war eine unverzichtbare Bezugsperson. Vom 01.05.1946 bis 31.03.1951 war sie im Kindergarten im heutigen Jugendheim tätig und nach der Eröffnung des neuen Kindergartens an der Jülicher Straße im Jahre 1956 war sie dort bis zum  28.02.1965 beschäftgt.

Frau M. Strack ist im Jahre 1929 geboren und lebt heute in der Uferstraße in Füssenich.


Fotos: Sammlung M. Strack, Füssenich.



Der Kindergarten der Gegenwart

"KiTa St. Elisabeth"


                        

         Innenansichten


Träger der KiTa ist der Katholische Kirchengemeindeverband Zülpich-Veytal, Zülpich. 


Der Kindergarten verfügt über zwei Gruppen und stellt insgesamt 40 Plätze für Kinder zur Verfügung.

 Davon 12 Plätze für Kinder von 2 - 3 Jahren.





...wird fortgesetzt