Historischer Überblick

1879 bis in die Gegenwart

 

 

             Von Gregor Decker, Richter am Amtsgericht a.D.

 

 

 

     Gründungstag des Amtsgerichts Düren ist der

 01. Oktober 1879.

 

An diesem Tag traten die  königlich-preußischen Verordnungen über die Errichtung von Amtsgerichten (Verordnung vom 26.07.1878) und die Bildung der Gerichtsbezirke (Verordnung vom 05.07.1879)  in Kraft.  (RGBl. v. 27.01.1877, Seite 41).

 

 

Rathaus - Sitz des Amtsgerichts
Rathaus in Düren - Sitz des Gerichts bis 1879

 

                           Quelle: Stadt- und Kreisarchiv Düren

 

Gleichzeitig wurden durch diese Verordnungen die während der Zeit der französischen Besetzung der Rheinlande (1794 bis 1814) entstandenen und nach deren Übergang an Preußen beibehaltenen Friedensgerichte u.a.in Düren und Nideggen aufgehoben. An ihre Stelle trat das Amtsgericht mit gegenüber den ausschließlich für Bagatellsachen zuständigen Friedensgerichten erheblich erweiterten Zuständigkeiten in der Zivil- und Strafrechtspflege.

 

Die 18 Friedensgerichte bis 1879
Friedensrichter 1821 in Düren war Richter Hoch, sein Gerichtsschreiber hieß Steffens.

 

 

Zu dem Amtsgericht Düren gehörte unter anderem auch ein für schwerwiegendere Strafsachen zuständiges Schöffengericht als gemeinsames Schöffengericht für die Bezirke der Amtsgerichte Jülich, Gemünd und Blankenheim. Der eigentliche Bezirk des Amtsgerichts Düren umfasste das Gebiet des damaligen Kreises Düren.  

 

Das Amtsgericht Düren nahm am 06.10.1879 seine Tätigkeit auf. Sein Personal bestand damals aus vier Richtern, zwei Referendaren, drei Rechtsanwälten, vier Gerichtsschreibern, drei Hilfsschreibern, vier Gerichtsvollziehern und einem Gerichtsdiener. Es tagte zunächst, wie zuvor das Friedensgericht, im alten Dürener Rathaus am Markt, da die Genehmigung des Kaufabschlusses für das neue Gebäude in der Jesuitengasse noch nicht von Berlin eingetroffen war. Dies muss jedoch schon kurz danach der Fall gewesen sein, denn am 22.10.1879 zog das Gericht in das Gebäude des früheren Jesuitenkollegiums in der Jesuitengasse Nr. 9 - später 11 -   (im Foto oben)  mit dem gegenüber  gelegenen Gerichtsgefängnis. Schon bald reichten jedoch die Räumlichkeiten in der Jesuitengasse nicht mehr aus, denn infolge des weiteren Aufblühens der Industrie des Dürener Landes stieg die Einwohnerzahl im Gerichtsbezirk ständig an.  

 

 

Hatte der Gesamt-Bezirk im Jahre 1885 noch 75.965 Einwohner, so waren es im Jahre 1925 bereits 116.119. Dieser Anstieg hatte wiederum ein Anwachsen der Zahl der gerichtlichen Verfahren verbunden mit einem höheren Personal- und Raumbedarf zur Folge. So wurden bereits am 23.05.1914 einige Abteilungen des Gerichts in das freigewordene frühere Schulgebäude der Katholischen höheren Töchterschule in der Schützenstraße 16 verlegt (Foto).

 

Der Raumbedarf wuchs in den folgenden Jahren jedoch ständig weiter, so dass Ende der 20er Jahre mit der Planung eines Neubaus des Amtsgerichts begonnen wurde. Im Tauschwege erhielt der Justizfiskus für die Justizgebäude in der Jesuitengasse ein städtisches Grundstück am Hoeschplatz.

 

 

Während des Nationalsozialismus

 

Richtkranz

Das Richtfest für das neue Gerichtsgebäude fand am 25.02.1939 statt. Dies geschah zu einer Zeit, in der die Justiz in Deutschland in Folge der national-sozialistischen Machtergreifung am 30.01.1933 mit Gesetzen konfrontiert wurde, die "staatliches Unrecht förderten und auch forderten". Die allgemeine Verstrickung der Justiz in national-sozialistisches Unrecht ist vielfach untersucht und publiziert worden. Untersuchungen betreffend das Amtsgericht Düren liegen bisher nicht vor. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges erlitt der Bau nebst Gefängnisneubau nachhaltige Verzögerungen und konnte erst 1942 endgültig fertiggestellt werden.

 

Amtsgericht 1940er Jahre

Schon vor der Fertigstellung, nämlich im November 1941, wurde der Neubau - zumindest teilweise - bezogen. Nicht lange blieb das neue Gebäude unversehrt. Es bekam schon bald die Kriegsfolgen zu spüren.

Bei dem 24. Fliegerangriff auf Düren am 30.04.1944 wurde das Gebäude durch in der Nähe  niedergehende Sprengbomben beschädigt. Im Oktober 1944 erfolgte erneut eine Beschädigung durch Artillerietreffer.

 

Kriegsschäden 16.11.1944

Am 16.11.1944, dem Tag, an dem die britische Luftwaffe mit 474 Bombern die Stadt Düren angriff und mit Bomben im Gesamtgewicht von ca. 2750 Tonnen die Innenstadt völlig zerstörte, wurde das Amtsgerichtsgebäude im Vergleich zu seiner Umgebung nur gering beschädigt. In seinem Keller, dessen Fenster durch Schutzmauern gesichert waren, überlebten die dorthin geflohenen Justizbediensteten - ca. 20 Personen - den Angriff. Nach dem Angriff, der wahrscheinlich 3.126 Tote forderte, verließ die noch verbliebene Bevölkerung zum größten Teil die Stadt, die am 25. Februar 1945 von amerikanischen Truppen eingenommen wurde.

 

Nach dem Krieg

 

Quelle: A. Trostorf

Am 15.09.1945 konnte das Amtsgericht seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Das Amtsgericht Düren war das am besten erhaltene Behördenhaus in der Stadt. Es stand der Bevölkerung unter anderem als "Wärmestube" zur Verfügung. Der große Sitzungssaal des Gerichts diente neben seiner originären Zweckbestimmung auch als Raum für Versammlungen, Vorträge und musikalische Veranstaltungen.  

 

 

Um dem kahlen, nur durch eine Notbeleuchtung erhellten Raum ein freundlicheres Aussehen zu geben, beschlossen die unmittelbar interessierten Behörden - Amtsgericht, Stadt- und Kreisverwaltung - eine Ausmalung des großen Sitzungssaales, die dem Dürener Künstler Jean Schmitz übertragen wurde.

 

Die Stirnwand des Saales hinter der Richterbank erhielt ein Bild des Erzengels Michael, die den Erzengel in Ausübung seines Richteramtes zeigte.

 

 

Flankiert wurde der Engel von großflächigen Wappen der Stadt und des Kreises Düren. Die gegenüber liegende Rückwand des Saales schmückte ein Bild des alten Dürener Rathauses, das bis 1879 auch Gerichtsstätte war .Schließlich zog sich über drei Saalwände unter der Decke ein Fries mit den Schöffensiegeln der im Kreis Düren liegenden Ämter hin. Die Ausmalung wurde später im Rahmen einer Renovierung des Sitzungssaals übertüncht.

 

Das Amtsgericht der Gegenwart:

 

1986 wurden einige Abteilungen sowie die Ausbildung in die Holzstraße verlegt. In der ehemaligen JVA Düren entstanden im Herbst 2000 zusätzlich 310 qm Räume und ein Sitzungssaal für das Amtsgericht. Nach dem Ausbau des Dachgeschosses waren  2006 alle Abteilungen wieder unter einem Dach vereint.  

 

 

Amtsgerichtsgebäude heute

 

Das Amtsgericht Düren hat 142 Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter im aktiven Dienst (Stand:01.06.2017).

                                                     
                         

 

Quelle: Gregor Decker/Heinz-Peter Müller/Stadtmuseum Düren, Manfred Neukirchen

 

 

Die drei Bezeichnungen der

Dürener Justizbehörde seit 1879:

 

 

      Königlich Preußisches Amtsgericht Düren  1879 – 1918

 

 

 

 

Siegel

  

 Preußisches Amtsgericht Düren  1918– 1934

   

 

                          Amtsgericht  Düren  1934 -1945

 

 

 

 

                        

                      Amtsgericht  Düren  1946 - heute

 

          

        

  

 

Anfänge der Gerichtsbarkeit

      in Düren

 

                          von 747 bis 1879

    

     Ein kurzer Überblick

            von H.-Peter Müller

                                                                

 

 

 

Pippin der Jüngere


                 
747  

Reichsversammlung  in der „Villa Duria“  unter Pippin dem Jüngeren (Bild ).


"Pippin er Jüngere, genannt auch Pippin III., Pippin der Kurze und Pippin der Kleine (*714; † 24. September 768 in Saint-Denis bei Paris)

Quelle:pippin der jüngere - https://de.wikipedia.org

1.2.2015

            1278   

Vogt leitet die Verwaltung und das Gericht in Düren. 

Der Vogt regierte und richtete als Vertreter eines Feudalherr- schers in einem bestimmten Gebiet im Namen des Landesherrn.Er hatte den Vorsitz im Landgericht und musste die Landesverteidigung organisieren.


Im Krieg führte er das Lehens- aufgebot des Landes.

Der frühere Machtbereich eines Vogts und sein Amtssitz  werden als Vogtei bezeichnet.

Quelle:Vogt - https://de.wikipedia.org 1.2.2015

Wappen
Jülicher Löwe

     

01.10.1375  

Jülicher Herzog Wilhelm II. verbrieft die Rechtssicherheit in Düren. 

 
Wilhelm II. von Jülich (* um 1325; † 13. Dezember 1393 war von 1361 bis 1393 Herzog von Jülich. Er war der Sohn von Wilhelm I. von Jülich.


Quelle:Datei:Arms of Flanders.svg - https://de.wikipedia.org
1.2.2015

            1420   

Erste Regelungen  zur örtlichen Zuständigkeit in der Gerichtsbarkeit.   

  11.10 1491   

Erste Erwähnung von  Hexenprozessen im Herzogtum Jülich –   in Düren ab 1509.   

Dietegen Guggenbühl: Hexen. In: Sandoz-Bulletin 24
Dietegen Guggenbühl: Hexen. In: Sandoz-Bulletin 24 (1971), S. 27-40, hier S. 36

             

             06.01.1510                                                                                        



                   1543

    Düren wird verwüstet.


"Nachdem im Jahre  1538 das Herzogtum Geldern an Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg gefallen war, Kaiser Karl V. das Land aber für sich beanspruchte, was ihm 1541 auf dem Reichstag zu Regens- burg  zugebilligt wurde, ließ der Kaiser im 3. Geldrischen Erb- folgekrieg 1543 mit einem 30.000 Mann starken Heer auf einem Kriegszug in die Nie- derlande die Stadt erstürmen, plündern und in Brand setzen.


19.12.1509


Dürener Schultheiß Gerhard von Quernheim ließ  die arme Witwe Agatha Niffs am 19.12.1509 verhaften, u. in den Kerker  stecken.

Dann wurde sie gefoltert.







Nach dreiwöchiger Kerkerhaft wurde Agatha  Niffs zum Tode verurteilt und schließlich am
06. Januar 1510 auf dem Scheiterhaufen  verbrannt
     










Mehr als 600 Gebäude, darunter auch das Rathaus und die Annakirche,  wurden zerstört.

Der Wiederaufbau nahm einige Jahre in Anspruch, 1563 stand die Annakirche wieder."


Quelle: Düren - https://de.wikipedia.org

Prager Fenstersturz 1618
1618 Prager Fenstersturz


         


Der Dreißigjährige Krieg
von 1618 bis 1648

Düren wurde 1642 auch in
den Dreißigjährigen Krieg ver-wickelt.

Feindliche Truppen zerstörten und verwüsteten die Stadt.

Nachdem 1648 der Krieg end-lich zu Ende war, brach die Pest aus und forderte viele Menschenleben.
Eine zweite brach 1665 aus
.





23.09.1603  

Dürener  Bürgermeistergericht wird eingeführt.
  

Der jeweilige Bürgermeister fungierte auch als Vorsitzender des Bürgermeistergerichts;
es  wurden ihm lediglich schiedsgerichtliche Kompe-tenzen zugesprochen.

 

Herzog Philipp Wilhelm

   

07.07.1661  

Bürgermeistergerichts durch Herzog Philipp v. Jülich bestätigt.


Philipp Wilhelm von der Pfalz

(* 4. Oktober 1615 in Neuburgan der Donau; † 12 September 1690 in Wien) war Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Neuburg (1653–1690) und  Herzog von Jülich und Berg (1653–1690).
 

Rollhäuschen, aufgenommen in Arnsberg
Pranger/Schandpfahl in Bonn
Schandpfahl in Bonn



  
    
Quelle: Verkehrsverein Arnsberg
Quelle:Datei:Pranger-Bonn-Münsterplatz-052.JPG - https://de.wikipedia.org
1.2.2015













Die Französische Revolution von 1789 bis 1799


Motto der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit




1707

Rollhäuschen auf  dem Marktplatz in Düren zum Einsperren von Felddieben errichtet. 
   

 
Das Trillerhäuschen, auch Roll-oder Narrenhäuschen , ist ein prangerähnliches Strafinstrument, mit dem früher die Ehrenstrafe vollzogen wurde. Diebe, Rauf- und Trunkenbolde, unzüchtige und streitsüchtige Frauen sperrte man in den Käfig und drehte sie, bis ihnen schwindlig wurde und sie sich erbrachen. 


Auf dem Dürener  Marktplatz steht bis 1717 ein Schand-pfahl.   
  

"Der Pranger, Schandpfahl oder Kaak war ein Strafwerkzeug in Form einer Säule, eines Holz- pfostens oder einer Plattform, an denen ein Bestrafter ge- fesselt und öffentlich vorgeführt wurde.


Zunächst Folter-Werkzeug und Stätte der Prügelstrafe (Stäupen), erlangten Pranger ab dem 13. Jahrhundert weite Verbreitung zur Vollstreckung von Ehrenstrafen. Der Pranger diente den Städten auch als äußeres Zeichen der Gerichts-barkeit."

Quelle: Pranger - https://de.wikipedia.org.
1.2.2015






Krieg gegen die Rheinbundstaaten


Die franz. Revolution von 1789 und der anschließende Feldzug Frankreichs gegen die Rheinbundstaaten führten zur Gründung der französischen Republik im Jahre 1792.

                 

Napoleon I.
Karl Josef Graf von Clairfayt
Karl Josef Graf von Clairfayt


 
         

Befehlshaber der Österreicher:
Karl Josef Graf von Clairfayt  (Bild)


"Am Morgen des 2. Oktober 1794 kam es zur Zweiten Schlacht bei Aldenhoven, bei der die französischen Truppen an mehreren Stellen den Fluss überqueren konnten.

Im Nordabschnitt der Front- linie, Heinsberg −Wassenberg, stand General Kléber mit 18.000 Mann den österreichischen Truppen unter General Clairfayt gegenüber, die sich verbissen verteidigten."






Fünf Jahre  nach Beginn der Französischen Revolution  gelangte das links-rheinische Gebiet in französischer Hand.


Quelle: Schlacht bei Aldenhoven - https://de.wikipedia.org 1.2.2015



Die Rechtspflege vor der Franzosenzeit war unglaub-lich brutal. Bei den richterlichen Vernehmungen von Straftätern wurden immer schmerzhafte Folterwerkzeuge angewandt.

Die Franzosen beseitigten diese rohe Justiz des herr- schenden Adels, insbesondere den immer noch existierenden Hexenwahn
.



1792 führen die Franzosen  die Zivilen Standesämter ein, und diese auch ab 1808 im fran- zösisch besetzten Rheinland.

Vor allem aber kam das Gedankengut der Französischen Revolution ins Rheinland:

  • Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich.
  • Freiheit des Individuums und des Eigentums und Ehre sind gesetzlich geschützt
  • Strikte Trennung von Kirche und Staat.
  • Einheit des Staates
  • Unabhängigkeit der Richter, Trennung von Anklage und Rechtsprechung
  • Mündlichkeit und Öffentlichkeit der Verhandlung. Mitwirkung von Geschworenen bei Strafprozessen














Jean-Baptiste Kléber (* 9. März 1753 in Straßburg; † 14. Juni 1800 in Kairo
 

 
Quelle:Datei:Kleber.jpg - https://de.wikipedia.org    1.2.2015



   
   02. Oktober 1794  
    Der Beginn der 
     französischen
        Herrschaft


Als Schlacht bei Aldenhoven werden zwei Schlachten des 
1. Koalitionskrieges bezeich- net, bei der sich am

01. 03. 1793 und am 02.10.1794

französische Revolutions-truppen und Truppen einer Koalition aus Österreich und Preußen  gegenüberstanden."



Quelle:Schlacht bei Aldenhoven -
https://de.wikipedia.org




Im Oktober  1794 marschieren die französischen Revolutions-truppen unter ihrem General Marceau in das Dürener Land ein. 


     

1794

Das
linksrheinische Gebiet
wird Französisch



Amtssprache im sogenannten  Roer - Departement  war seit der franz. Besetzung das Französische.

Alle Urkunden, standesamt- liche Eintragungen oder  Landkarten waren in der französischen Sprache verfasst.

Die Bevölkerung sprach deutsch, musste sich also bei amtlichen Begehren einen Dolmetscher suchen.




Die Französische Revolution stand der Religion feindlich gegenüber, Kirchen wurden geschlossen oder zerstört. Die Kirchen und Klöster wurden vom Staat eingezogen. Nur die Geistlichen, die den Eid auf die französische Verfassung leisteten, durften als Priester weiter fungieren. Die anderen wurden verfolgt und einge-kerkert.

Der Versuch, eine neue Kalenderreform - basierend auf eine 10-Tage-Woche durchzuführen, misslang jedoch.

Galgen

     

06.06.1795  

Der Galgen wird von  den Franzosen in Düren abgeschafft.
  

            1797  



"Nach dem 1. Koalitionskrieg kamen mit den französischen Besatzern der linksrheinischen deutschen Gebiete 1797 die Friedensgerichte auch nach Deutschland.
Napoleon I. führte dort 1804 auch das französische Gesetzbuch, den Code Civil ein, wodurch die bis dahin miteinander verbundene Verwaltung und Recht-sprechung getrennt und unabhängige Richter installiert wurden."




Quelle: Friedensgericht - https://de.wikipedia.org
1.2.2015

Friedensgerichte werden

u.a.  in Nideggen und Düren  eingerichtet.  

"Durch  Gesetz über Verwal-tung und Justizorganisation in den  linksrheinischen Départements vom 4. 12. 1795 (44 frimaire IV) wurde das französische Gerichtsverfassungsgesetz Loi des 16 et 24 août 1790 sur l'organisation judiciaire aus dem Jahr 1790 auch für das linke Rheinufer verbindlich.

Dieses Gerichtsverfassungs-gesetz sah die Einrichtung der französischen Gerichtsstruktur in   allen Départements vor. Praktische Auswirkungen hatte das zunächst nicht, da der Erste Koalitionskrieg noch andauerte und die
französische Herrschaft noch nicht gesichert war."


Quelle: Gerichtsorganisation des Linken Rheinufers - https://de.wikipedia.org
11.2.2015

  22.09.1797   

Düren wird Sitz  eines Obergerichts für Gebiete des Herzogtums Jülich.   

           1803        

In Düren gilt das  französische Recht
 

  01.01.1807

Code  de procédure civil (CPC).  

           1810   

Das Kataster wird  in Düren eingerichtet.   

            Code penal 1810  


Einführung des Code pénal, des  französischen Strafgesetzbuches.
  

Der code pénal de 1810 war ein stark repressiv ausgerichtetes Gesetzeswerk, dessen Hauptziel mit dem Wort „Einschüchterung " zusammengefasst werden kann.

  14.01.1814   



     
           1815















DAS DEPARTEMENT
      DE LA ROER

Die Französische  
Herrschaft in Düren ist beendet.


Das 1806 aufgelöste „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ wurde jedoch nicht wieder erneuert. Stattdessen kam es mit dem Deutschen Bund zur Bildung eines lockeren Bündnisses von Staaten

Die linksrheinischen Departements 1812
Die linksrheinischen Departements 1812

 

           Quelle:Datei:LR Departements.png - https://de.wikipedia.org

 

 

 

      Bevölkerung beharrt auf französischem Recht

 

Nach dem Abzug der Franzosen war der französische Einfluss in Düren vorbei, hatte aber tief greifende Veränderungen hinterlassen. Besonders auf dem Gebiet der Verwaltung und Justiz wollte die Bevölkerung auf die vielen Errungenschaften aus der Franzosenzeit nicht verzichten.

 

So blieb z.B. der Code Civil - oder auch Code Napoleon genannt- als erste bürgerliche Gesetzessammlung in Kraft. Erst 1900 wurde der Code Civil dort, wo er im Deutschen Reich noch galt, vom Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) abgelöst.

 

 

 

Fürst von Metternich

 Wiener Kongress

18. September 1814 bis 09.Juni 1815

 

 

unter der Leitung des österreichischen Außenministers Fürst von Metternich

 

 

 

 

 

Quelle:Datei:Prince Metternich by Lawrence.jpeg - https://de.wikipedia.org 1.4.2015

 

 

 

"Palais am Ballhausplatz“, Tagungsgebäude des Wiener Kongresses (heute Bundeskanzleramt)

 

 

 

Friedrich Wilhelm III.

Mit der Proklamation vom 5. April 1815 nahm König Friedrich Wilhelm III. Besitz von den ihm auf dem Wiener Kongress zugesprochenen Gebieten. Damit war das überwiegende Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen preußisch geworden und seit dem Zerfall des Karolinger-reiches wieder erstmals politisch vereint.

 

 

 

08.06.1815

 Unterzeichnung der Wiener Kongressakte 

 

 

Preußen erhielt entgegen den ursprünglichen Plänen und Erwartungen nicht ganz Sachsen, sondern nur den nördlichen Teil, der zum Teil der neuen Provinz Sachsen zugeschlagen wurde.

Dafür erzielte es im Westen erhebliche Gebietszuwächse und konnte die Rheinprovinz sowie die Provinz Westfalen errichten. Im Osten kamen Posen und die Stadt Danzig hinzu, dafür verlor Preußen die Gebietsgewinne aus der dritten Polnischen Teilung und zum Teil auch zweiten Polnischen Teilung.  Die Versetzung Preußens an den Rhein ist eine der fundamentalsten Tatsachen der deutschen Geschichte, eine der Grundlagen der Reichsgründung von 1866/1871.“

 

 

Wiener Kongress
Delegierte des Wiener Kongresses in einem zeitgenössischen Kupferstich von Jean Godefroy nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Isabey

 

 

 

 

 

                       

 

 

Gerichtsbezirk Düren seit 1816

 

Der Landkreis Düren wurde am 24.04.1816 durch die preußische Verwaltung gebildet (Amtsblatt der Regierung Aachen Nr. 1,1816).

 

 

Aus den Kantonen Düren und Froitzheim sowie aus Teilen der Kantone Linnich, Monschau, Eschweiler und Kerpen wurde der neue Kreis Düren im Jahre 1816 gebildet. Dieser war identisch mit dem Gerichtsbezirk Düren.“


Zum Kreis Düren gehörten neben der Stadt Düren die Gemeinden Langerwehe und Weisweiler sowie die 22 Bürgermeistereien Arnoldsweiler, Binsfeld, Birgel, Birkesdorf, Bürvenich, Drove, Echtz, Froitzheim, Füssenich, Kelz, Lamersdorf, Merken, Merzenich, Nideggen, Niederzier, Nörvenich, Nothberg, Pier, Sievernich, Straß-Bergstein,

Stockheim und Wollersheim.

 

 

                                 

 

Vergl. Strauch,Rheinische Gerichte, S. 256 f., 292 f; Brüll, Chronik der Stadt Düren, Kap.8.

 

 

 

 

 

 Entstehung der

 Rheinprovinz 1822

 

 

 

"Nach dem Sieg der Alliierten über Napoleon 1814 wurden diese Gebiete vom Zentralverwaltungsdepartement provisorisch verwaltet. Aus einem Teil des Territoriums wurden 1816 der bayerische Rheinkreis (Rheinpfalz) und die hessische Provinz Rheinhessen gebildet, die nördlich davon liegenden Gebiete kamen zu Preußen und gehörten zunächst den beiden Provinzen Jülich-Kleve-Berg und Großherzogtum Niederrhein an, aus denen 1822 die Rheinprovinz entstand."

 

 

"Das Oberpräsidium der Rheinprovinz war der Sitz des Oberpräsidenten der preußischen Rheinprovinz in Koblenz. Heute ist es Sitz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und des Oberlandesgerichts Koblenz. In unmittelbarer Nähe befindet sich das ehemalige preußische Regierungsgebäude für den Regierungsbezirk Koblenz."

 

 

Sitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, also de

 

Sitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, also der Provinzialregierung, war Koblenz.

 

             Zusammenlegung 1822

 

Provinz Jülich-Kleve-Berg 1815 (rot)

 

Provinz Niederrhein (rot)

 

Mit der Einführung der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 wurden die meisten Bürgermeistereien des Kreises in mehrere Gemeinden untergliedert. Düren erhielt 1856 die Rheinische Städteordnung. Im Kreis Düren bestanden seitdem auf einer Fläche von 563 km² 25 Bürgermeistereien mit insgesamt 89 Gemeinden

 

 

 

 

 

 

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kreis_D%C3%BCren_(1816%E2%80%931971)2.4.2015

 

Quelle:Datei:WienBundeskanzleramt.jpg - https://de.wikipedia.org
Quelle:Wiener Kongress - https://de.wikipedia.org

Quelle: Linkes Rheinufer - https://de.wikipedia.org

 

Quelle:Datei:Congress of Vienna.PNG - https://de.wikipedia.org

alle Stand 11.3.2015

 

 

 

 

   Tribunale der 1. Instanz

wurden in "Kreisgerichte" umbenannt.

 

 

"Ein Kreisgericht war im Königreich Preußen neben dem Stadt- gericht von 1849 bis 1879 Vorläufer des Amtsgerichts im Deutschen Reich. Das Land- bzw. Stadtgericht war in Preußen von 1808 bis 1849 Vorläufer des Kreisgerichts, vor 1808 hieß dieses unterste Gericht Domainen-Justiz-Amt."

 

 

                      Kreisgerichte

 

"Vor dem Jahr  1849 war die Gerichtsorganisation in Preußen heterogen gewesen.

Kreisgericht Großkölnstraße 37
Kreisgericht Großkölnstraße 37 in Aachen .

Dabei wurde teilweise ebenfalls die Bezeichnung Kreisgericht gewählt.

So war in den preußischen Pro- vinzen Jülich-Kleve-Berg und Großherzogtum Niederrhein das "Kreisgericht" von 1814 bis 1820 Name der bisherigen franzö-sischen Tribunale 1. Instanz. 1820 wurden diese aufgelöst und durch Landgerichte ersetzt."

 

Das Kreisgericht  war in  Aachen, der Appellationshof war in Köln .

 

 

 

1867:  Der Deutsche Bund löste sich auf, der durch Preußen beherrschte Norddeutsche Bund wird gegründet.

Nach französischen Gebietsforderungen verbündeten sich die süddeutschen Staaten mit Preußen in Defensivbündnissen, die Basis für den Deutsch-Französischen Krieg 1870 / 71, aus dem das Deutsche Kaiserreich 1871 entstand.

 

 

 Anfänge der Staatsanwaltschaft

 

"Der Ursprung der Staatsanwaltschaft liegt in Frankreich, wo die Staatsanwälte aus den fiskalischen Beamten (gens du roi, avocats généraux, procureurs du roi) hervorgingen. Im Mittelalter wurde diesen Beamten auch die Strafverfolgung übertragen, und so entwickelte sich in Frankreich die strafprozessuale Tätigkeit der Staatsanwaltschaft (Parquet) als deren hauptsächliche, wenn auch nicht ausschließliche Aufgabe.

Nach diesem Vorbild wurden in Deutschland erstmals im frühen 19. Jahrhundert Staatsanwaltschaften tätig.

 

Mit den Reichsjustizgesetzen von 1877 wurde eine einheitliche Ausgestaltung der Institution Staatsanwaltschaft erreicht und diese mit erheblichen Rechten ausgestattet."

 

Quelle: Staatsanwaltschaft - https://de.wikipedia.org 1.4.2015

 

 

 

Standesamt

1874:  Am 1. Oktober wurden in Preußen Standesämter, Zivilehe und Scheidung eingeführt.

 

Mit Inkrafttreten des Reichsge-setzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Ehe-schließung vom 6. Februar 1875 wurden zum 1. Januar 1876 ein-heitlich im damaligen Reichs-gebiet Standesämter mit der besonderen Aufgabe der Führung von Personenstandsregistern (Geburt-, Heirats-, und Sterberegister) eingerichtet. Seit diesem Zeitpunkt kann die Ehe bürgerlich-rechtlich auch nur noch vor dem Standesbeamten eingegangen werden.

 

 

                           Zum Seitenanfang

 

 

Quelle:Oberpräsidium der Rheinprovinz - https://de.wikipedia.org

 

 

Quelle:Kreisgericht (Preußen) - https://de.wikipedia.org

 Foto: Landgericht Aachen

Quelle: Kreisgericht (Preußen) - https://de.wikipedia.org

Quelle:Standesamt - https://de.wikipedia.org

alle Stand.1.3.2015

Quelle:Datei:Napoleon - 2.jpg - https://de.wikipedia.org 14.3.2015



Weitere Quellen:  Stadt- und Kreisarchiv Düren,  Rechtsanwalt Gerber  Dürener Geschichtsverein, Dürener Zeitung,   A. Trostorf,   Amtsgericht Düren HausIntraNet des Amtsgerichts Düren , H.P.Müller     

 
Gregor Decker
Gregor Decker, Richter a.D.

 

              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegel Kgl..Preuß.Amtsgericht

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedensgericht Düren ( bis 1879)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die

Nebenstellen

ab 1914

 

Schützenstraße Düren

 

Nebenstelle Schützenstraße in Düren ( 1914-1921)

 

 

 

 

 

Nebenstelle Pletzergasse in Düren ( 1922-1942)

 

 

 

Lageplan für das neue Amtsgrichtsgebäude

 

 

Unten links: Standort für das neue Gericht.

 

 

Grundsteinlegung 1938

 

 

Richtfest 1939

 

 

Schäden am Dach 1944

 

 

Amerikaner in Düren - Februar 1945

 

 

 

 

 

 

Amtsgericht 1945

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebentrakt - Registergericht