Der Umzug in das neue Gebäude 1941/1942

 

 

November 1939  -

Der Neubau verzögerte sich

 

Im November des Jahres 1939 waren die Putzarbeiten am Amtsgerichtsgebäude noch nicht abgeschlossen. Die Fenster der Hof- und Gartenseiten waren schon vollständig eingesetzt - die an der Straßenseite jedoch nur provisorisch. Die Verglasung der Fenster wurde vorangetrieben. Die Rückseite des Gebäudes wurde eingerüstet, um den Außenputz anzubringen. Die Freitreppenfundamente wurden bereits ausgeführt. Die Luftschutzräume waren soweit fertiggestellt, dass sie als öffentliche Sammelschutzräume Verwendung fanden.

 

Die Fertigstellung des neuen Amtsgerichtsgefängnisses in Düren hatte man bei der Justiz und beim Regierungspräsidenten für den 01. Februar 1940 vorgesehen. Für das neue Amtsgerichtsgebäude war der 01. Juni 1940 als Fertigstellungstermin geplant. Dass sich die Termine für beide Gebäude mehr oder weniger verzögerten, lag an den politischen Veränderungen jener Zeit. Das Gefängnis wurde am 19.02.1940 in Betrieb genommen und war für 41 Männer und 10 Frauenausgelegt (WB 20.02.1940).

 

Das Amtsgerichtsgebäude konnte erst am 07.05.1942 vollständig bezogen werden. Die angemieteten Räume in der Pletzergasse 22 wurden jedoch schon am 01.11.1941 verlassen. Die dort untergebrachten Abtleilungen wurden in den bereits fertiggestellten Teil desAmtsgerichtsgebäudes verlegt.

 

Die   Bauarbeiten am Gefängnis  waren im November 1939 bereits weit fortgeschritten. Der Außenputz war fast vollständig angebracht, im Keller standen die Maler kurz vor der Fertigstellung. Die Beamtenwohnung war bis auf den Einsatz der Türen und die Schieferarbeiten am Dach fast fertig. Die Außenanlagen (z.B. Kanalisation, Gas-, Wasser- und Strom) waren 1939 hergestellt. Die Pflasterarbeitenwaren zwar vergeben, konnten aber wegen der Schwierigkeiten bei der Steinbeschaffung erst im Januar 1940 begonnen werden.

 

 

Vgl. Landesarchiv NRW Gerichte Rep. 255/388/3; Foto: Rechtsanwalt Gerber, 1938.

Das neue Gebäude an der August-Klotz-Straße

 

 

 

 

              Richterkollegium beim Einzug in das neue Gebäude:

Direktor Arthur Schmitz sowie die Richter Dr. Odendahl, Mundorf,   Popp, Wirz, Kaefer, Dr. Zerlin, Dr. Menningen,  Dr. Robert Pütz.

Zusätzlich Dr. Hahn und Dr. Braß, der den Direktor Schmitz am 01.10.1941 ablöste. Schmitz blieb noch bis 14.01.1944 im Dienst. 

 

Handbuch der Justiz, Berlin, 1942, herausgegeben vom Reichsjustizministerium. S.13
 

 

Gerichtsbesetzung 1942

 

 

Dass die Folgen des Krieges bei unseren damaligen Kollegen deutlich spürbar wurden, dokumentiert ein Schreiben des Amtsgerichtsdirektors Schmitz vom 15. Februar 1941 an den Präsidenten des Oberlandesgerichts in Köln. Das Amtsgericht befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Jesuitengasse. Der Neubau stand kurz vor der Fertigstellung. Schmitz führte unter anderem aus, dass man dem Amtsgericht Düren die bisher bewilligten Hilfskräfte im mittleren- und Kanzleidienst nach Ablauf der vorgesehen Frist nicht abziehen möge.

 

Dabei sei nicht der steigende Geschäftsanfall Grund des Ersuchens, sondern die Tatsache, dass man wegen Einberufung vieler Kollegen zum Wehrdienst auf eine größere Zahl an Kräften verzichten müsse. So wurden z.B. 3 Richterstellen, 6 Stellendes gehobenen Dienstes, 5 Stellen des mittleren Dienstes, 1 Stelle des Kanzleidienstes nicht mehr besetzt, weil die Kollegen in den Krieg zogen.


 

Vgl.Landesarchiv NRW, Gerichte Rep. 255/33/91; Foto unten: Privatarchiv Guido Grosch, Langenbroich.
 

Roman Woerner

 

Am 20. August 1942 schrieb der Präsident des Landgerichts an den Präsidenten des Oberlandesgerichts: „Ich zeige an, dass nunmehr auch die Wohnung des Justizoberwachtmeisters Stedem und der Keller im Gebäude in der Jesuitengasse geräumt sind. Das Gebäude ist der Stadtverwaltung in Düren zur Verfügung gestellt worden“. Damit war der Umzug ins neue Gebäude an der August-Klotz-Straße vollständig abgeschlossen.

 

„Auf Veranlassung von Bürgermeister Schmitz fand im Theater am Hoeschplatz eine Sondervorstellung aus Anlass der Vollendung des Amtsgerichtsneubaues in Düren statt, zu der die Gefolgschaft des Amtsgerichts mit ihren Angehörigen eingeladen war. Auf die Einladung des Bürgermeisters waren auch erschienen der Oberlandesgerichtspräsident, die Landgerichtspräsidenten von Aachen und Köln und der Erste Staatsanwalt von Aachen. Zur Aufführung gelangte „Elektra“ von Sophokles in der Übertragung von Roman Woerner (Foto)“.[1]

 

 

Stadtanzeiger, Beilage: Aus der Westmark, v. 14.10.1942

Fotos  oben: Privatarchiv Guido Grosch.  

 

 

 

                                                       

 

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Nebenstelle Pletzergasse

 

 

Das Hauptgebäude in der Jesuitengasse und die Nebenstelle in der Pletzergasse (Foto oben) wurden 1941/42 endgültig geräumt.

 

Hauptgebäude, Jesuitengasse

 

 

    Nebenstelle Schützenstr.

Die Nebenstelle in der Schützenstraße wurde bereits 1914 geräumt.

 

 

 

 

 

 

 

 

     Gerichtsbesetzung 1942

 

Name unbekannt

 

 

Name unbekannt

 

 

Hans Grosch, Protokollführer