Unser Kaleidoskop    

"Schatztruhe" der Redaktion 

 

 

Schatztruhe

 

Hier finden Sie Berichte, außergewöhnliche Ereignisse und nennenswerte Begebenheiten sowie  besonders kreative Bilder und Fotos  rund um das Amtsgericht Düren.

 

 

 

 

DÜRENER  ZEITUNG VOM 02.12.2015


Das Amtsgericht stehe seit seiner Gründung mitten im Leben aller Bürger des Dürener Landes – es sei keine leblose Institution und nicht ausschließlich eine formale Instanz. Der Vorsitzende des Dürener Geschichtsvereines, Dr. Helmut Irmen, hat diese Einschätzung einem neuen Buch über das Dürener Amtsgericht vorangestellt.

Von der Preußenzeit bis zur heutigen Moderne

Das Buch wird am Samstag, 05. Dezember, ab 11 Uhr im Amtsgericht vorgestellt. Direktor Ulrich Conzen wird einen Vortrag zur Historie der Gerichtsbarkeit von 1879 bis in die heutige Zeit halten.

Conzen beschreibt die Entwicklung des „Preußischen Amtsgerichts“ über die Weimarer Zeit, das Dritte Reich und die Nachkriegszeit bis hin zu eine rmodernen Justizbehörde. Danach wird eine Führung durchs Gericht angeboten (Eintritt frei).
 

Es soll keine staubtrockene Abhandlung und Aufzählung historischer Daten sein, sondern ein Band, der aus Geschichte, Berichten und Anekdoten besteht.

Autor ist ein Mann, der sich Zeit seines Berufslebens mit dem Amtsgericht beschäftigt hat und noch beschäftigt: Heinz-Peter Müller. Der 59-Jährige ist seit 1978 Angehöriger der Justizverwaltung des Landes NRW und bearbeitet beim Amtsgericht seit über 30 Jahren vornehmlich Jugendstraf-sachen.

Das reich bebilderte Buch, das vom Dürener Geschichtsverein herausgegeben und am kommenden Samstag vorgestellt wird entstand unter Mitarbeit von Helmut Irmen und beinhaltet auch Arbeiten von Hartmut Prüss, der für die beiden Dürener Tageszeitungen als Autor die Gerichtsberichterstattung betreut.

Unterstützt wurde das Projekt über dies vom Direktor des Amtsgerichtes, UlrichConzen, der das Buch als „fundiert und zugleich gut lesbar“ beschreibt. Die Zeitreise beginnt mit der Gründung des Amtsgerichts im Jahre 1879. Damals war es noch im Rathaus untergebracht, das am Dürener Markt seine Heimat hatte.

Noch im gleichen Jahr zog es in die Jesuitengasse um. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurden einige Abteilungen in die Schützenstraße verlegt und später in die Pletzergasse. In den späten 1920er Jahren gab es bereits Überlegungen für den Bau eines neuen Amtsgerichtes mit einem Gefängnis. 1938 wurde der Grundstein auf dem heutigen Grundstück an der August Klotz-Straße gelegt.

Das Werk von Heinz Peter Müller zeichnet die Historie des Hauses nach und schlägt einen zeithistorischen, einordnenden Bogen zur jeweiligen Zeit. Die Informationen stammen aus dem Archiv des Amtsgerichts und dem Landesarchiv in Duisburg. Zahlreiche Dokumente und Fotografien zeichnen auch ein Bild des historischen Düren und bieten so einen Überblick über wichtige lokale Ereignisse vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

Das rund 200 Seiten starke Buch, das in der Reihe „Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes“; Band 34“ erscheint, ist im Handel für 19,50 Euro erhältlich .

Quelle: Dürener Geschichtsverein stellt Historie des Amtsgerichts Düren vor. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/geschichtsverein-stellt-historie-des-amtsgerichts-vor-1.1238684#plx1256982830

 

Autor: Stephan Johnen, 02.12.2015, Dürener Zeitung.

 

 

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Das Amtsgericht in Düren

von Stephan Johnen

 

DÜRENER ZEITUNG vom 10.12.15

 

 

 

 

 

 

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                                                           April 2015

Eine Ladung des Gerichts sollten Zeugen lieber befolgen.  

 

Die „polizeiliche Vorführung“ ist nicht wirklich der bessere Weg. Angeklagten droht im schlimmsten Fall sogar ein Haftbefehl.

 

 Von Hartmut Prüss

 

 

Ein Obrigkeitsgefühl, wie es zu früheren Zeiten gang und gäbe war, ist inzwischen kaum noch vorstellbar. Aber der fehlende Respekt führt heutzutage mitunter zu seltsamen Blüten. Mancher Lehrer, Polizeibeamte oder  Schiedsrichter kann ein Lied davon singen, wenn Anweisungen für ein zivilisiertes oder ordnungsgemäßes Verhalten belächelt beziehungsweise ignoriert werden. Schlagzeilen und Meldungen zeugen mittlerweile sogar von heftigen Reaktionen bis hin zu Tätlichkeiten.

 

Richterin Sabine Bleser

Selbst vor Gericht lassen einige Zeitgenossen den nötigen Respekt vermissen. Das wird spätestens dann deutlich, wenn Zeugen oder gar Angeklagte trotz Vorladung einfach nicht zum Prozess erscheinen. Dabei hat die Justiz als wichtige Säule in einem Rechtsstaat probate Mittel, „Schwänzer“ zum Erscheinen zu „überzeugen“. Dass es nur einige wenige Leute sind, die eine Ladung des Gerichts ignorieren, unterstreicht Sabine Bleser, Richterin am Amtsgericht Düren  (Foto).

 

Im Gespräch zeigt die 46-jährige Juristin, die seit 17 Jahren als Richterin arbeitet, zugleich Maßnahmen auf, die letztendlich doch zum Erfolg – sprich zum Erscheinen – führen.

Die erfahrene Strafrichterin ist davon überzeugt, dass die meisten Menschen sehr wohl wissen, welche Folgen drohen, „wenn sie sich nicht am Riemen reißen“. Mancher Proband, der nach Aktenlage zum Zeitpunkt der Tat  vielleicht sogar unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln stand und gegenüber der Polizei aggressiv war, verhält sich im Gerichtssaal eher ruhig. „ Angeklagte müssen ja nicht in Ehrfurcht erstarren“, unterstreicht Richterin Bleser, „aber ihnen ist schon bewusst, dass je nach Tatvorwurf ein Gericht nun einmal Freiheitsstrafen verhängen kann.“ Es gibt also auch so etwas wie Respekt aus Vernunft, denn wer möchte schon einen Richter, eine Richterin, ein Schöffengericht oder gar eine Kammer  durch sein Verhalten gegen sich aufbringen?

 

Dazu müsste der Angeklagte natürlich erst einmal anwesend sein. Mitunter erscheinen Angeklagte, wie Richterin Sabine Bleser aus eigener Erfahrung, aber auch aus Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen weiß, erst gar nicht zum Prozess.

Das liege etwa daran, dass sie in instabilen Verhältnissen leben, den Ernst der Lage nicht realisieren oder sich einfach drücken wollen. Dies sei beispielsweise zu beobachten, wenn sie nach einem anderen Urteil unter laufender Bewährung stehen und erneut straffällig geworden sind.

In solchen Fällen ordnet das Gericht eine polizeiliche Vorführung zu einem neuen Termin an. Bleibt dies erfolglos, erlässt das Gericht einen Haftbefehl, nach dessen Vollstreckung erst ein neuer Prozesstermin – gegebenenfalls mit Zeugen, Sachverständigen oder Gutachtern – anberaumt werden kann. So kann es passieren, dass ein Angeklagter wegen Nichterscheinens ein paar Wochen in Untersuchungshaft sitzt, obwohl im Urteil gar keine Freiheitsstrafe verhängt wird.

 

Im Nachhinein ist man dann immer schlauer, denn den Aufenthalt in der Justizvollzuganstalt (JVA) hätte man sich sparen können. Im Zuständigkeitsbereich des Dürener Amtsgerichts verbringen Männer die U-Haft in Aachen, Mädchen und Frauen in der JVA Köln und männliche Jugendliche beziehungsweise Heranwachsende in der JVA Heinsberg.

 

Zeugen sind übrigens nach der Strafprozessordnung (StPO) verpflichtet, vor Gericht eine Aussage zu machen. Lediglich wenn man mit dem oder der Angeklagten nahe verwandt oder verschwägert ist, hat man ein Aussage--Verweigerungsrecht.

Dasselbe gilt auch dann, wenn sich ein Zeuge durch seine wahrheitsgemäße Aussage selbst belastet oder der Strafverfolgung aussetzt. Wenn Zeugen allerdings einen Termin verschludern und nicht erscheinen, kann das Gericht natürlich auch ein Ordnungsgeld zwischen fünf und 1000 Euro verhängen, wobei normalerweise Ordnungsgelder zwischen 50 und 150 Euro – ersatzweise einen bis drei Tage Haft – verhängt werden. Dies geschieht allerdings eher selten, weil es auch nachvollziehbare Gründe für das Nichterscheinen geben kann.

 

Im Übrigen erinnert Richterin Sabine Bleser daran, frei nach dem Sprichwort nicht „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen“, möglichst ein gutes Klima zu erhalten. Das Gericht sei ja schließlich auf vernünftige Zeugen angewiesen. . .  

 

 Text/Foto: Hartmut Prüss, Niederzier, 2015

 

 

                                     Dürener Originale - auch dem Amtsgericht nicht unbekannt...

 

Da war zum Beispiel:

 

 

Ricks Frahsch

"Franz Rick lebte um die Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts. Er wohnte in der Nagelschmiedsgasse. Harmlos und heiteren Gemütes hatte er sich selbst den Namen Frahsch oder Frasoa (Francois) zugelegt, um wohl damit als Mann einer

Blumenfrau sein „gebildetes Wesen“ dar zutun. Er war fleißig und sauber, auch wenn er oft und reichlich dem Alkohol zusprach. Seine Hauptbeschäftigung war ein Kohlen- und Lohkuchen-Handel. Mit seinem Handkarren und dem großen Ziehhund Cäsar gehörte er zum damaligen Stadtbild. Sein Frühstück nahm er immer mit seinem Hund (bis auf den Schnaps).

 

Frahsch hatte sich einmal vor Gericht zu verantworten. Auf die Frage des Richters nach seinem Namen antwortete er mit Pathos: Ihr kennt mich nicht, Ihr edlen Herren? Mein Name ist doch weitbekannt. Sogar die Krähen in der Luft ihn kennen, indem sie rufen: Frahsch,Frahsch, Frahsch."

 

Quelle: Dürener Originale - https://de.wikipedia.org

 

 

 

 

 

 

     Es kommt eben immer

     auf den Blickwinkel an.

               von Heinz-Peter Müller

         

 

Ein Mütterchen - sicher um die 70 Jahre alt - betrat  mit einem Kinderwagen das Justizgebäude. Die beiden Kolleginnen Sabrina und Margot ( Namen geändert, die Red.), die sich zufällig im Eingangsbereich aufhielten, traten hilfsbereit  - wie im Gericht üblich -   auf die rechtssuchende Mitbürgerin zu und fragten sie, wie man ihr wohl helfen könne.

 

Die reife Dame zog einen Umschlag aus der Tasche hervor und bat um Auskunft, wo sie diese Unterlagen persönlich abgeben könne. Man verwies sie an die Wachtmeisterei; da würde man den Brief in sichere Hände wissen. Das Angebot wurde dankend angenommen.

 

Die beiden Kolleginnen erkannten natürlich sofort, dass man dem Mütterchen die Stufen hinauf  - mit dem Kinderwagen - behilflich sein musste und packten kurz entschlossen und mit etwas Mühe  an, um die Dame samt Gefährt zur Wachtmeisterei zu geleiten.

 

Wachtmeister Rudolf (Name geändert, die Red.), der das Gespräch beobachtete, nahm den Brief samt Mütterchen entgegen. Diese bedankte sich herzlich und wurde selbstverständlich mit ihrem hinderlichen Gefährt die Stufen in wiederholter Anstrengung hinuntergehoben.

 

Kurze Skepsis kam jedoch bei unseren drei Akteuren auf, ob in dem Kinderwagen überhaupt ein Baby sein Dasein fristete. Ein kurzer Blick in das besagte Objekt ließ dann keine Zweifel auf-

kommen:

 

Der Wagen war mir allerlei Gegenständen, Lebensmitteln und anderen Dingen befüllt -  nur  nicht mit einem menschlichen Wesen!

 

Die Stirn runzelnd und mit fragendem Blick baten die drei Anwesenden die Dame um Aufklärung.

 

 „Ja, meine Herrschaften“, begann das Mütterchen leise mit leuchtenden Augen und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht,“ bewegte ich mich mit Taschen durch die Stadt und durch die Behörden, dann würde mir kaum geholfen bei der Überwindung so mancher Hindernisse. Sieht man aber eine Frau mit ihrem Kinderwagen die Hürden des täglichen Lebens nehmen, dann eilen gleich alle hinzu und zeigen sofort ihre Hilfsbereitschaft. Es kommt eben immer auf den Blickwinkel an“

 

Über eine derart pfiffige  Philosophie konnten unsere drei Mitarbeiter nur staunen und begleiteten die nette Dame samt ihrem doch eher zweckentfremdeten Kinderwagen aus dem Amtsgerichtsgebäude -  nicht ohne ein freundschaftliches und bewunderndes Winken hinterher zu schicken.

 

                     Und die Moral von der Geschicht´ ?

 

                      Kinderwagen ignoriert man nicht!

 

                             Bericht des Hausintranets

               des Amtsgerichts Düren im Sommer 2014

 

 

            © Hausintranet Amtsgericht Düren 2014

 

 

 

 

 

September 2014

 

Behörde mit „bewegtem Leben“

 

Ausstellung dokumentiert 135 Jahre Amtsgericht Düren

 

von Hartmut Prüss

 

Seit nunmehr 135 Jahren gibt es in Düren ein Amts-gericht. Die Behörde, deren zentrale Aufgabe seit dem die Rechtspflege ist, wurde am 1. Oktober 1879 in Folge der königlich-preußischen Verordnungen gegründet. Das erste Personal – vier Richter, zwei Referendare, drei Rechtsanwälte, vier Gerichtsschreiber, drei Hilfsschreiber, vier Gerichtsvollzieher und ein Gerichtsdiener – nahm seine Tätigkeit am 6. Oktober 1879 im Alten Dürener Rathaus am Markt auf.

Noch im selben Monat zog das Amtsgericht in ein eigenes Gebäude mit angeschlossenem Gefängnis an der Jesuitengasse. Wachsende Aufgaben bescherten der Behörde im Laufe der Zeit ein „bewegtes Leben“. So mussten einige Abteilungen aus Platzgründen ausquartiert werden und fanden 1914 in den Räumen der ehemaligen höheren Töchterschule an der Schützenstraße weitere Diensträume. Anfang 1939 war  das Richtfest für das jetzige Gerichtsgebäude an der August-Klotz-Straße.

 

In mühevoller Kleinarbeit hat Justizhauptsekretär Heinz-Peter Müller, der in der Geschäftsstelle für Jugendstrafsachen tätig ist, alte Dokumente, Fotos, Urkunden und Erinnerungsstücke zusammengetragen, um die lange Geschichte des Amtsgerichts  zu dokumentieren.

 

Stellwand

Unter der Schirmherrschaft von Amtsgerichtsdirektor Ulrich Conzen (links im Bild)  trug Heinz-Peter Müller eine kleine aber sehenswerte Ausstellung zusammen, die derzeit (noch bis 17. Oktober) im Foyer des 1. Obergeschosses des Gerichtsgebäudes während der normalen Öffnungs-zeiten besichtigt werden kann. Unterstützt wurde der Initiator bei seinen Recherchen von Menschen, die sich dem Amtsgericht besonders verbunden fühlen, sowie von Stadt- und Kreisarchiv sowie Geschichtswerkstatt, Dürener Geschichtsverein und dem Stadtmuseum.

 

In einem kostenlosen Faltblatt sind wichtige Stationen übersichtlich zusammengefasst.

 

Den Betrachtern der Ausstellung wird schnell deutlich, dass im Amtsgericht auch stets Menschen beschäftigt waren, die dieser Behörde im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht beziehungsweise Gesichter gaben und geben.                   

Ausstellung in der 1. Etage des Amtsgerichts
Ausstellung in der 1 Etage des Amtsgerichtsgebäudes

 

 Fotos: Hartmut Prüss, Niederzier, 2014,

Hausintranet des Amtsgerichts Düren

 

 

 

DN Woche 13.08.2014
Bericht in der DN Woche vom 13.08.2014

 

 

September 2014 

Wichtige Säulen der Strafrechtspflege

 von Hartmut Prüss

 

Beim Amtsgericht Düren wurden die ausgeschiedenen Schöffen verabschiedet. Dank-Urkunde zur Erinnerung

 

 

Kreis Düren. Mindestens fünf Jahre – einige auch ein paar Jahre länger – waren die rund 70 Männer und Frauen als Laienrichter beim Amtsgericht Düren als Schöffen oder Jugendschöffen tätig. Sie wurden jetzt mit einer Dankurkunde aus diesem Ehrenamt verabschiedet.

 

Da sämtliche Verfahren aus dem Kreis Düren, die vor einem Schöffengericht verhandelt werden, beim Dürener Amtsgericht stattfinden, kommen die ehrenamtlichen Richter ebenfalls aus dem gesamten Kreisgebiet. Ulrich Conzen, Direktor des Dürener Amtsgerichts, erinnerte in einer kleinen Feierstunde daran, dass es in unserem Staat ein wichtiges Gut in der Rechtspflege sei, wenn ein Urteil „im Namen des Volkes“ gesprochen werde.

 

Diesen Part übernehmen bekanntlich die Schöffen, die in Strafprozessen an  ihrer Zivilkleidung zu erkennen sind und neben den an der Robe zu erkennenden Berufsrichtern sitzen.  Sie haben übrigens bei der Urteilsfindung gleiches Stimmrecht wie die Juristen. Conzen machte deutlich, dass „der Blick von Menschen, die mitten im Leben stehen, den Strafverfahren gut tun“.

 

Das Recht an sich sei, wie Conzen weiter ausführte, im Laufe der Jahre immer komplizierter geworden. Umso bedeutsamer sei bei der Urteilsfindung die Mitwirkung der Laienrichter, von denen vor allem „gesunder Menschenverstand“ erwartet werde. Schließlich sei es gerade in schweren Strafprozessen wichtiger denn je, mit dem Urteil auch den psychischen Belastungen von Opfern und Tätern gerecht zu werden.

 

An der Abschiedsfeier nahmen rund 30 der ausgeschiedenen Schöffen teil. Sie erhielten von Direktor Ulrich Conzen sowie Richter Dr. Stephan Ebeling, der zeitweise als Vorsitzender Richter des Schöffengerichts tätig war, eine Dank-Urkunde. Die- jenigen ehemaligen Schöffen, die nicht persönlich dabei sein konnten, bekommen ihre Urkunde zugeschickt.                      (hp)   

 

 

 

 

Schöffinnen und Schöffen vor dem Gericht
Nach mehrjähriger Tätigkeit als ehrenamtliche Richter in Strafprozessen wurden die ausgeschiedenen Schöffen im Amtsgericht Düren von Direktor Ulrich Conzen und Richter Dr. Stephan Ebeling verabschiedet.

 

 

Foto: Innecken-Prüss 

 

1954 - 2014 

Unsere Litfass-Säule könnte wohl viel erzählen...

 

 

Collage/Geschichte des Amtsgerichts

 

Geschichte des Amtsgerichts
Copyright: Heinz-Peter Müller, Justizclub Düren 2014

 

 

 

 

 

 

 

Amtsgericht  informiert seine  Mitarbeiter elektronisch.

 

                                    Von Hartmut Prüss, Niederzier

 

Mitarbeiter-Zeitung, wie sie in manchen Behörden und Unternehmen kursieren, gibt es bei der Justizbehörde in der Rurstadt nicht.  Dennoch sind die rund 144 Mitarbeiter bestens informiert und stets auf dem Laufenden.

 

Logo des Hausintranets

Grund ist das Hausintranet, das alle Bediensteten des Amtsgerichts über den Computer ihres Arbeitsplatzes aufrufen können.

 

 

 

2010 eingeführt

Den elektronischen Informationsweg gibt es beim Amtsgericht seit ziemlich genau vier Jahren, denn er wurde Mitte September 2010 eingeführt. Bis dahin waren die Wege, alle Angehörigen über Neuerungen und betriebliche Belange in Kenntnis zu setzen, oft lang und zeitintensiv, denn es kursierten so genannte Umlaufmappen.

Ein Team erfahrener Mitarbeiter sorgt dafür, dass der Computer mit Nachrichten gefüttert wird. Für die Kommunikation verant-wortlich sind Margaret Hastrich und Marion Senges sowie

H.-Peter Müller, der neben seinen Aufgaben in der Geschäfts-stelle des Jugendgerichts als Redakteur für das Hausintranet tätig ist. Fotos steuert hauptsächlich Hans-Jürgen Breuer bei.

 

Zu den Veröffentlichungen gehören Infos der Verwaltung mit Dienstanweisungen oder neuen Vorschriften, aber auch Hinweise auf Beförderungen sowie auf neue und scheidende Kollegen.  Ein ständiges Forum hat zu dem die Personalver-tretung.

 

Hinzu kommen Glückwünsche zu Jubiläen und Geburtstagen sowie Hinweise aus Personalversammlungen, Ausflügen und dergleichen. Des Weiteren gibt es eine Art „Marktplatz für Persönliches”, etwa wenn jemand Interessenten für ein Hobby sucht oder etwas kaufen beziehungsweise verkaufen möchte.
Das gesamte Projekt steht unter dem Leitmotiv „Verbindung schafft Zusammenhalt”.


Das Hausintranet ist nur für Bedienstete des Amtsgerichts einsehbar. Es kann auch nur dort und nicht etwa über ein Pass-wort von Zuhause am PC aufgerufen werden.
 

 

 

 

 

 

Collage Amtsgericht Düren
Collage Amtsgericht Düren ( Entwurf H.P. Müller)

 

 

       © Hausintranet Amtsgericht Düren 2014

 

 

25. Mai 2013   

1000,00 EUR für Jugendarbeit im  

Kreis und in der Stadt

 

Die Idee von Mitarbeiterin Marion Senges, am Tag der offenen Tür einen Büchermarkt mit den gespendeten Büchern der Mitarbeiter des Amtsgerichts Düren und  des ASD Düren zu veranstalten, fand große Resonanz bei den Besuchern. Zumal der Erlös  von 1000,00 Euro den Jugendgerichtshilfen der Stadt und des Kreises Düren zur Verfügung gestellt werden konnte.  

 

Bücherverkauf im Amtsgericht

 

Geldspende an JGH Kreis und Stadt
1000,--EUR für die Jugendgerichtshilfen in Düren

 

Die Leiter der beiden Jugendämter, Gregor Dürbaum (rechts) und Ansgar Kieven, (2.v.l), zeigten sich sehr beeindruckt über die spontane Idee des Amtsgerichts und dankten dem Direktor der Behörde, Ulrich Conzen, und dem Redaktions-Team des Hausintranets für ihre Aktion. Man werde das gespendete Geld in die Programme mit Konflikt- und Antiaggressionstraining einbringen. Diese wichtigen Angebote werden seit Jahren von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfolgreich genutzt.

 

(v.l.: M. Plönnes, A. Kieven, Direktor des Amtsgerichts Düren Ulrich Conzen, Anita Lang,  H.Peter Müller, Gregor  Dürbaum, vorne: Marion Senges) 

 

 

27. Februar 2014

 

Bei der ersten Karnevalssitzung des Amtsgerichts Düren blieben Roben im Schrank

 

Von Hartmut Prüss, Niederzier 


Die Roben blieben diesmal im Schrank. Stattdessen waren Matrosen und Schiffsoffiziere angesagt. Richter, Rechtspfleger, Justizbeamte und Angestellte des Dürener Amtsgerichts feierten ihre erste Karnevalssitzung in dem altehrwürdigen Gemäuer und ließen als Crew der „MS Amtsgericht“ aus dem Gebäude ein Traumschiff werden.

Peter Lüttgen als Eisbrecher.

 

Die Organisatoren und Mitwirkenden präsentierten ein zweistündiges Programm, das ausschließlich von eigenen Kräften bestritten wurde.

Die Rolle als „Eisbrecher“ fiel Strafrichter Peter Lüttgen zu, der im Umgang mit dem Trömmelchen das Publikum ebenso begeisterte wie als Stimmungssänger. Qualitäten in der Bütt stellte Ulrich Conzen, der Chef des Hauses, unter Beweis, der eine mit vielen Pointen gewürzte Rede präsentierte. Als Bütt-Ass gefiel auch Anne Paulus, die in die Rolle des „Putzteufels“ an Bord schlüpfte.

Das von Heinz-Peter Müller als Kapitän und Andrea Kriesinger-Berg als Chef-Stewardess moderierte Programm hielt zahlreiche Sketche, Parodien und Tanzdarbietungen parat: Zum Schlager „Im Wagen vor mir...“ zogen Angelika Surma und Detlef Habekost als fesches Duett in den Saal, Marion Senges und Margaret Hastrich tanzten als Pinguine.

Sandra Pesch und Robert Müller präsentierten einen Sketch, Marion Senges, Margaret Hastrich, Beate Höppner, Petra Kaumanns, Gudrun Schain und Agnes Herten einen Zumba-Tanz.

 

Musikalisch erlebten das Publikum Robert Müller, Monika Thoben, Gudrun Schain und Birgit Jerusalem in einer Playback-Show mit dem unvergessenen Elvis sowie natürlich den Haus-Chor „Just for Fun“. Bei alle dem wunderte es niemanden, dass das Dürener Amtsgericht auch ein eigenes Dreigestirn aufbieten konnte: Prinz Thomas Deider, Bauer Robert Übel und Jungfrau Susanne Groß.

Damit die jeweiligen Künstler auch würdevoll in den Saal geleitet wurden, schlüpfte Heinz Knillmann, im Zivilberuf Geschäftsleiter des Amtsgerichts, beim Narrentreffen in die Rolle eines Lotsen.

 

Bei der Sitzung, die es verdient hat, im nächsten Jahr eine Neuuflage zu erleben, wurde immer wieder deutlich, dass Zuschauer und Akteure vor allem viel Spaß an der Freud’ hatten.
 

 

 

 

06.10.2013            Gäste aus Polen im Amtsgericht

 

 

Richterkollegium aus Polen
Quelle: Amtsgericht Düren, Hausintranet - Redaktion

 


Ein Richterkollegium aus Krakau und Umgebung war Gast des Justizzentrums in Aachen. Bei dieser Gelegenheit ermöglichte der zuständige Dezernent, Sebastian Herweg (2.vl.) auch einen Abstecher zur "Perle des Landgerichts Aachen", wie das Gericht vor Jahren einmal von einem ehemaligen Präsidenten des Landgerichts - zutreffend (Anm. der Redaktion)   - bezeichnet wurde.


Mit von der Partie waren die Pressedezernentin, Frau Richterin am Landgericht Krey ( 2.v.r.) sowie die Dolmetscherin, Frau Kuhn (4.v.r.) Mit großem Interesse ließen sich die Gäste aus Polen u.a. von Direktor Ulrich Conzen (links im Bild) und vom Geschäftsleiter, Heinz Knillmann (3.v.l..)  über die Aufgaben und Struktur des Amtsgerichts Düren informieren und nutzten dabei auch die Gelegenheit zum Austausch von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Gerichtsbarkeit beider Länder.


Übereinkunft wurde darüber erzielt, dass die vielfältigen Aufgaben der Justiz von den Angehörigen sämtlicher Dienstzweige hohe Motivation und Verantwortungsbewusstsein erfordern.

 

 

Delegation aus Vietnam im Gericht

 

 

Dezember 2002

 

Gäste aus Vietnam empfing der Direktor des Amtsgerichts Düren, Manfred Neukirchen, am Montagmorgen in seinem Haus. Die fernöstliche Delegation hält sich zwei Wochen in Deutschland auf, um das hiesige Rechtssystem eingehend kennen zu lernen.

„Wir können unseren Gästen unsere Erfahrungen schildern“ erläutern Dr.Bernd Scheiff und Christian Schmitz-Justen, beide Richter am OLG  Köln, die die Delegation begleiten.

Im Amtsgericht wollten die Juristen aus dem vietnamesischen Justizministerium und Notare aus verschiedenen Städten das neue elektronische Grundbuch in Augenschein nehmen, das eines der ersten dieser Art in NRW ist.

 

Die Vietnamesen wollen ihr Notarwesen um strukturieren. Das System der staatlichen Notare soll abgeschafft werden. Stattdessen soll es freie Notare geben.

 

Quelle: Aachener Zeitung 05.12.2002 Foto: jok

 

 

 

 

 

                                               1970er Jahre

 

  Fußballer des Amtsgerichts und TTC     Amtsgericht schließen sich zusammen

 

von Heinz-Peter Müller

 

Schießstand auf dem Speicher
Schießstand auf dem Speicher

 

 

 

Der 1959 gegründete TTC (Tischtennisclub) Amtsgericht und der Fußballverein FC Amtsgericht schließen sich Ende der 70er Jahre zusammen. Der Verein zählt nun 60 Mitglieder.

In diesem Verein formiert sich später eine Gruppe Schießsportbegeisterter, die auf dem Speicher des Gerichts einen Schießstand errichten.

 

Der Verein wird am 16.03.1979 in das Vereinsregister eingetragen und nennt sich ab diesem Tag „Justiz-Sport-Club 1959 e.V.“

 

Am 28.10.1985 trennen sich die Fußballer von dem Verein und gründen den Club „FC Amtsgericht Düren e.V.“, der am 17.11.2000 wegen Mitgliedermangels wieder aufgelöst wird.

 

 

Fußballmannschaft 1963
Fußballmannschaft des Amtsgerichts 1963

 

 

 

 

 

        In zwölf Jahren 6000 Verfahren

                                   Dezember 2008

 

Beliebter Jugendrichter Helmuth Johnen wird kurz vor seiner Pensionierung   „verhaftet“.

 

Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe sangen „ Bye, bye, my love“.

 

Richter Helmuth Johnen

 

 

 

Knapp 500 Fälle jährlich hatte Helmuth Johnen in seinen 12 Jahren als Jugendrichter bzw. Vorsitzender des Jugend-schöffengerichts Düren verhandelt.

 

„Manche Sachen sind mir schon sehr unter die Haut gegangen“, erinnert sich Richter Helmuth Johnen. „Zum Beispiel der Fall, als ein 14-jähriger einen Taxifahrer brutal angegriffen hatte.“

 

 

Kurz vor seiner letzten Verhandlung ist Helmuth Johnen übrigens von der Polizei„ verhaftet“ worden und stand somit selbst einmal vor Gericht.

 

Seine Mitarbeiter, Kollegen, die Polizei und die Herrschaften der Jugendgerichtshilfemachten ihm vor dem Dürener Amtsgericht, also quasi in seinem „zweiten Wohnzimmer“, den „Prozess“. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jugendgerichtshilfen von Stadt und Kreis sangen anschließend ein ergreifendes Abschiedslied.

 

So ganz will Helmuth Johnen von der Juristerei auch nachseiner Pensionierung nicht lassen. Er träumt von einem „Haus des Jugendrechts“ für Düren, in dem Polizei, Jugendgerichtshilfe und Bewährungshilfe zusammenarbeiten, um die Jugendkriminalität zu reduzieren.

 

Herr Richter am Amtsgericht a.D. Helmuth Johnen ist am 25.07.2016 verstorben.

 

Quelle: Stadt- und Kreisarchiv Düren, DZ  v. 18.12.2008