Die Burg in Zülpich
und weitere Sehenswürdigkeiten

Blick auf die Landesburg auf dem Mühlenberg in Zülpich

                     

Wolkenkratzer - Eigenes Werk - Zülpich, Luftaufnahme (2016) CC-BY-SA 4.0




Ehemalige Kurkölnische Landesburg - 

Wahrzeichen Zülpichs.


 

Den  Namen "Landesburg" leitet man von der Tatsache ab, dass  seinerzeit nur der jeweilige Landesherr derartige Burganlagen errichten durfte.


Die heutige Burganlage  existiert schon seit römischer Zeit (castrum) und diente später den Merowingern und Karolingern im damaligen Zülpichgau als Königspfalz bzw. Königshof. Bei den Normanneneinfällen Ende des 9. Jahrhunderts wurde die Anlage zerstört und später von den Aachener Pfalzgrafen übernommen und nun als Burg neu aufgebaut. Die heutige Burganlage diente seit dem 14. Jahrhundert  den Kölner Erzbischöfen als Schutz gegen die damalige Grafschaft Jülich.


Im deutschen Reich gab es damals 300 Einzelstaaten


Friedrich II, Der Staufer

"Im 12. Jahrhundert ging die alte Gauverfassung zu Ende, zahlreiche Adelsgeschlechter kamen auf und errichteten die sogenannten Landesburgen. Auf dem Reichstag in Worms hatte  Stauferkönig Friedrich II. 1231 den Reichsfürsten das Recht zum Bau von Burgen und Städten und die Hochgerichtsbarkeit übergeben

Auch geistliche Herrschaften entstanden  und alle diese komplizierten Kleinherrschaften waren miteinander verzahnt  bzw. standen gegeneinander oder verbündeten sich wechselseitig. Es existierten an die 300 Einzelstaaten im Reich" [1]


Konrad von Hochstaden, 1205-1261.

Im 12. Jahrhundert war das Verhältnis Jülichs zu Kurköln noch gut. Erst im Jahre 1230 kam es zwischen Jülich und dem Kölner Erzbischof zu einer Fehde, die der Anfang zahlreicher Kriege zwischen den beiden Rivalen war. Jülich suchte den kurkölnischen, Köln den Jülicher Teil in seinen Besitz zu bekommen. Wilhelm IV. führte 15 Jahre lang einen erbitterten Kampf mit Erzbischof Konrad von Hochstaden, der sogar neun Monate in Nideggen Gefangener des Grafen von Jülich war. Endlich jedoch ging Konrad als Sieger hervor.


[1] Vergl.Unsere Vorfahren, von Karl Naske



   Die Burg im 13. Jahrhundert.

Jülich behielt Patronat über Marienkirche.


Nach mehreren Zerstörungen und Eroberungen teils von Jülich, teils von Kurköln,  wurde schließlich um das Jahr 1275 von Erzbischof Siegfried von Westerburg (rechts im Bild) eine neue Burg auf dem Areal des früheren römischen Kastells am Mühlenberg erbaut. Siegfried legte einen Mauerring um die Stadt, um das Erreichte  zu sichern. Er hatte bis auf das Patronat der Marienkirche fast das ganze Jülicher Land wieder von Jülich zurückerorbert. Die alte Martinskirche ließ er, weil sie nun außerhalb der Stadtmauer lag, abbrechen und neu innerhalb des Rings aufrichten. Um 1300 wurde die Burg zerstört und vom Grafen von Jülich wieder aufgebaut. 1367 wurde der Nauaufbau durch Erzbischof von Falkenstein und Friedrich von Saarwerden vorangetrieben.



Ein langer Krieg geht zu Ende...


Die vielen Auseinandersetzungen zwischen der Kirche und den Herzögen aus Jülich setzten der Burg im 13. Jahrhundert sehr stark zu. Die Burg musste mehrfach  auf- und umgebaut werden.


Mitte des 14. Jahrhunderts  gelangte die Landesburg nun endgültig in kurkölnischen Besitz und wurde durch Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden (links) nun mit bis zu drei Meter dicken Mauern und Toren aus Backsteinen zu der heutigen Viereckanlage völlig um- und ausgebaut. Der westliche Turm diente zudem als Verlies. Die seinerzeit so umgebaute Burganlage ist mit der heutigen Anlage im Großen und Ganzen durchaus zu vergleichen. 

Auch die Errichtung der Stadttore sind dem Erzbischof zu verdanken. Die Burg und die Stadtbefestigung waren 1394 vollendet. Noch heute lässt sich die alte Stadtbefestigung an einigen Stellen die verschiedenen Bauperioden deutlich erkennen: Buntsandstein und Bruchsteine zeigen die ältesten Bestandteile des Festungswerkes, das dem Erzbischof Sigfried von Westerburg seine Entstehung verdankte, Backsteine die jüngeren aus dem 14. Jahrhundert (unten).

Foto oben: Gut zu erkennen: Die beiden Bauabschnitte der Mauer.

 


Wassergräben und Zugbrücken -
Die Burg wurde gesichert.


Rund um die Burg bestand ursprünglich ein bis zu 12 Meter breiter Wassergaben, der in den Ausmaßen dem heutigen Mauerring entsprechen dürfte. Die so genannte Wasser- oder Niederungsburg konnte mit einer Zugbrücke, die heute nicht mehr erhalten ist, geöffnet bzw. geschlossen werden. Steinreste der Brückenpfeiler wurden erst im Jahre 2010 bei Grabungen am Wallgraben freigelegt (Foto unten). Eine weitere Zugbrücke befand sich am Hauptportal (Foto unten).


               Die Zugbrücke an der Süd-West-Seite

Hier befand sich eine Zugbrücke, über die man in die Burg gelangte, ohne die Stadt zu betreten.Reste der Rollen für die Ketten des Zuges sind noch erhalten.


Die Zugbrücke am Hauptportal

Heute noch kann man die Rollen für die Zugbrücke im Gemäuer sehen

Hier am Portal sind die Rollen für die Zugbrückenketten noch im Mauerwerk  erhalten. Die eingearbeiteten Wappen rechts und links über dem Portal ließ  Napoleon  um 1800 unkenntlich machen. Vermutlich zeigten die Skulpturen einst das Wappen von Friedrich von Saarwerden und das vom  Kölner Erzbistum.

(Quelle:Vergl. H.v.der Broeck, " 2000 Jahre Zülpich" 1968).


1423 fand dann der 200-jährige Kampf um den Besitz Zülpichs seinen eigentlichen Abschluss. Die Stadt Zülpich, der Hof Mersburden und das Gericht Mersburden mit Bessenich und Weiler sowie die zur Marienkirche gehörenden Dörfer Füssenich, Geich und Eilich kamen seitdem in den Besitz Kurkölns.

( Quelle: H.v.d.Broeck, 2000 Jahre Zülpich, 1968).


Mit dem Ende der Streitigkeiten zwischen Jülich und Köln verlor die Burg – ebenso wie die gesamte Stadt – ihre strategische Bedeutung. Aber Frieden war nicht in Sicht. 1642 wurden die Stadt und die Stadtbefestigung von den einfallenden Hessen verwüstet. Am 2. März fiel die Stadt zusätzlich einem von den Hessen gelegten Brand zum Opfer. Viele Zülpicher verloren ihr Hab und Gut. Auch die Martinskirche brannte nieder.



Louis XIV. um 1667

Nach schweren Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg und Stadtteile Zülpichs um das Jahr 1689 von Soldaten des französischen Königs Ludwig XIV. (Sonnenkönig) in Brand gesetzt. Bei einem Stadtbrand im Jahre 1710 wurden mehrere Häuser am Markt und in der Martinstraße vernichtet. 1749 brannte der Turm der Peterskirche ab. Die Einwohnerzahl war von 500 auf 130 herabgesunken.

(Quelle: H.v.d.Broeck, "2000 Jahre Zülpich, 1968")


In Zülpich herrschte nach all diesen Geschehnissen größte Not und bitteres Elend.


Anstehende Reparaturen und Ausbesserungen an der Burg verfielen mit den Jahren jedoch wieder. Es blieb nur noch eine Ruine übrig, die lange Zeit unbewohnt war, bis sie etwa Mitte des 18. Jahrhunderts, um 1741, in den Besitz von Josef E. Wachendorff gelangte und teilweise als Wohngebäude (Wohnung im Nordturm) ausgebaut und umgestaltet wurde.


Das Amt Zülpich als Verwaltungseinheit des Kurfürstentums Köln im Jahre 1789


Zülpich im Jahre 1789, kurz vor dem Einfall der Franzosen


Die Stadt Zülpich blieb nun  bis zur Franzosenzeit (1794 - 1814)  kurkölnisch, die Jülicher kontrollierten aber nach wie vor das Umland (Karte oben). Das alles - vor allem die Kleinstaaterei links des Rheins - änderte sich schlagartig, als das Rheinland durch Napoleon  1794 in Besitz genommen wurde.


Ausschnitt aus dem so genannten „Schneider- Plan“, einer fiktiven Stadtansicht von 1746. Bildquelle: Stadt Zülpich

 


20jähriges Zwischenspiel:

Zülpich in der Franzosenzeit,

Wiener Kongress.



 

Napoleon I.

Noch ein letztes Mal vor dem Ende des 18. Jahrhunderts

kamen  feindliche Truppen nach Zülpich, und zwar während der französischen Revolution.


Am 02. Oktober 1794 drangen die Franzosen gegen die Rur vor. Schon gleich am ersten Tag fiel Düren in ihre Hand, am 03. Oktober Jülich, am 06. Oktober Köln. Das linksrheinische Gebiet wurde französisch proklamiert und stand vom 24. November 1794 an unter französischer Verwaltung mit dem Sitz in Aachen. Der Rhein war nun die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland.



Zülpich wurde aufgrund der neuen Ordnung ab 1797 Kantonalstadt. Es gehörte nun dem Roer-Departement und  dem Bezirk Köln an.




Zum Kanton Zülpich gehörten die Bürgermeistereien Nemmenich, Frauenberg, Wichterich, Euskirchen, Wachendorf, Kommern, Satzvey, Enzen und Sinzenich.



 

 Wiener Kongress

 

Vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 abgehaltene Kongress

 

 

Nach der Befreiung 1814 wurde die Region im Wiener Kongress neu gestaltet. Zülpich wurde nun preußisch, die Kantone Zülpich und Lechenich wurden am 20. April 1816 zu dem neu gebildeten Kreis Lechenich vereinigt.


 

Amtsgericht Euskirchen, 1879

Nach der folgenden Verlegung des Landratsamtes nach Euskirchen (1827) gehörte Zülpich nun zum Kreis Euskirchen. Zülpich verlor 1879 den Gerichtssitz an die Kreisstadt. Das Notariat, das schon vor preußischer Zeit in Zülpich lag, blieb jedoch in Zülpich.


Napoleon hatte bereits im Jahre 1801 das Erzbistum Köln beseitigt und  dafür Aachen als Bistum erhoben. 1821 wurde das ehemalige  Erzbistum in Köln dann  nach dem Wiener Kongress wieder hergestellt.

(Quelle: Vergl. H.v.d.Broeck" 2000 Jahre Zülpich, 1968, S.44,45)

 

Staatsbahnhof

1864 wurde Zülpich dann durch die Rheinische Eisenbahnge-sellschaft an die Strecke Düren-Euskirchen angeschlossen.

 

 



Heute fährt der Bördeexpress auf der historischen Gleisanlage.



 




Von der  Burg zur Fabrik


Zülpich um 1850

Vorgeschichte: 

Heinrich Xaver Sieger heiratete 1847 Margaretha Catharina Wachendorff (1816–1891), deren Eltern die Besitzer der Burg waren. Nachdem er durch diese Verbindung in den Besitz der Burg gelangt war, baute er dort eine Schnapsbrennerei auf, die bis 1979 bestand und die Marken Sieger-Korn und Alter Sieger-Korn herstellte, die heute noch vertrieben werden. 

Von 1814 bis zum Umzug in die Burg lag die komplette Herstellung des "Korns" im nahe gelegenen Kloster zu Füssenich. 

 


Im Jahre 1873 gründete er mit zwei Verwandten seiner Frau, Eberhard und Theodor Wachendorff, die Zülpicher Papier-Fabrik AG, die aus den anfallenden Strohrückständen der Sieger-Brennerei Papier und Pappe herstellen sollte. Dieses Unternehmen existiert noch heute als einer der größten Arbeitgeber in Zülpich 


Seite „Heinrich Xaver Sieger“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. November 2012, 10:34 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heinrich_Xaver_Sieger&oldid=110138113 (Abgerufen: 13. August 2017, 15:01 UTC


 

 

24.12.1944: Bomben auf die Burganlage


Die Zeit des 1. Weltkrieges hat die Landesburg unversehrt überstanden, jedoch war sie den Bomben- und Artillerieangriffen der Alliierten im 2. Weltkrieg schutzlos ausgesetzt. Die gesamte Burganlage wurde bei dem verheerenden Luftangriff am 24.12.1944 schwer getroffen. Das barocke Wohnhaus wurde völlig zerstört und konnte nicht mehr baugleich errichtet werden.

Das Foto stammt aus dem Buch von Hans-Gerd Dick „Zülpich“ aus der Reihe „Archivbilder Deutschland“ des Sutton-Verlags, Erfurt, aus dem Jahre 2001.

 

Erst in den 1950er Jahren waren die Schäden an den Türmen und Mauern beseitigt, die  Kornbrennerei wurde modernisiert.

 

Brennerei Sieger - Foto: Stadtarchiv Zülpich

 

Bis  in das Jahr 1979  wurde hochprozentiger „Sieger“ produziert. Bis zu 4000 Flaschen wurde täglich in der Sieger-Brennerei abgefüllt. Über 5 Tonnen Getreide wurden dafür täglich gekocht. Der typische "Siegerkorn-Geruch" war damals  je  nach Windrichtung in ganz Zülpich zu vernehmen. Hergestellt wurden übrigens 130 Jahre lang die Sorten "Alter Sieger" und " Sieger Korn".


Nachfolger des Familienunternehmens „Sieger“ war  die Firma „May“, die einige Jahre die Produktionsanlage nutzten und dann in eine neue Produktionsstätte wechselte.

Der Mühlenberg mit Schnapsbrennerei (Foto: Stadtarchiv Zülpich).

 

Die Burg stand nun 25 Jahre leer, bis im Jahre 2003 ein neuer Eigentümer die Burg sanierte und als Wohn- und Arbeitsstätte umgestaltete. Einer der über 26 m hohen Türme dient heute als Aussichtsturm (Ostturm).



Heute haben vorwiegend die Zülpicher Geschichtswerk-statt und der Geschichtsverein Zülpich hier ihren Sitz und ihre Räumlichkeiten. Außerdem gibt es  einen Infopunkt für Touristen.



Hubert Salentin - 

berühmter Sohn der Stadt

Genremaler Hubert Salentin.



Zum festen Bestandteil gehören seit Juli 2012 rund 40 Gemälde des Zülpicher Genremalers, Hubert Salentin, die testamentarisch der Stadt vermacht wurden.

Grab des Künstlers Hubert Salentin, Friedhof in Zülpich, an der Römerallee.

Fotos: Sammlung JCD

 

Hier befinden sich die Räume der Geschichtswerkstatt/Geschichtsverein sowie einige vermietete Privat- und Geschäftsräume.


 

 Die Burg als Backsteinanlage



Bis ins frühe 19. Jhr. war der

südliche Turm noch 4-geschossig

 

Die Türme im Jahre 1749


Die Landesburg Zülpich hat an ihrer Süd-, West- und Ostecke Rundtürme, die alle einmal vier Geschosse hoch waren. Der südliche Turm wurde jedoch wegen akuter Baufälligkeit im 19. Jahrhundert um zwei Stockwerke heruntergebaut. Im Norden der Burganlage steht ein eckiger Turm. Alle runden Türme waren zeitweise bewohnt und hatten beheizbare Räume und Aborte. In den drei Meter dicken Mauern befanden sich Wendeltreppen zum Besteiger der Türme. Im Westturm befand sich ein Gefängnis.


Quelle: Vergl. Kurkölnische Landesburg Zülpich - https://de.wikipedia.org,


Heute kann man für einen kleinen Eintrittspreis einen der Türme besteigen und die Aussicht von den Zinnen genießen.


2014 war die Burg einer der Anziehungspunkte der Landesgartenschau in Zülpich. Für Ausblicke in die Eifel wurde eine neue Treppe in einen der Türme gebaut, von dem man bei gutem Wetter weit ins Land schauen kann.




Drei weitere kurkölnische Burgen


 

Burg Kempen

Neben Lechenich , Linn und Kempen (Bild rechts)  zählt die Landesburg Zülpich zu den letzten vier noch erhaltenen, charakteristischen kurkölnischen Burgen des 14. Jahrhunderts im Rheinland.



Der Mühlenberg der Gegenwart ( Foto. Sebastian Petermann).


 (Foto oben: mit freundlicher Genehmigung Sebastian Petermann, Zülpich)

 

 

      

Übrigens:

Seit der gewonnenen  Schlacht von Zülpich durch Chlodwig anno 496 gilt das Frankenreich als Ursprung des französischen Staates. Napoleon III.  (rechts) ließ daher im Jahre 1868 eine  Straße in Paris  "Rue de Tolbiac" („Zülpicher Straße“) benennen, die es heute noch im 13. Arrondissement gibt.

Eine "Pont Tolbiac" (Brücke) über die Seine,  eine Metro-Station "Tolbiac (Métro Paris)" und ein kleines "Hotel Tolbiac" findet man ebenfalls dort.

 

Rue de Tolbiac im 13. Arrondissement von Paris

 

Foto-Quelle: besophaRue de Tolbiac à ParisRue de Tolbiac à Paris,CC BY 2.0File:Rue de Tolbiac, Paris August 2016.jpgCréation : 7 août 2016


Aus der Historie der Römerstadt

"Tolbiacum"


Der Name Zülpich kommt zuerst bei Tacitus unter dem Jahre 70 n.Chr. vor.


Dort heißt es "Tolbiaci in finibus Agrippinensium" (in Zülpich, im Gebiet der Agrippinenser). Bei Gregor von Tours unter dem Jahr 531 "per murum civitatis Tulbiacensis" ( auf der Zülpicher Stadtmauer). In beiden Fällen ist Zülpich hier adjektivisch gebraucht.


Weitere ältere Urkunden enthalten u.a. folgende Bezeich-nungen für Zülpich:


 612:  ad Tulbiacensum castrum

 772:  castrum Tulbiaginse

 881:  Tulpiacum

 925 : oppidum quoddam nomine Tulpiacum

1064: in Zulpiaco

1073: de Zulpigo

1124: Zulpiacum

1166: in cella Zulpiacensi

1233: bona in Zulpeche

1251: de Tulpeto

1255; oppidum Tulpense

1279: oppidum Tulpetense

1300: de burgere van Zulpge


Weiter von Tolbiacum und Tulpiacum abgeleitete Formen sind noch Toletum, Tolbia, Zülpicha und Zulpia.

Die gebräuchlich und bekannte Form ist bis heute die lateinische Bezeichnung  "Tolbiacum" geblieben.

(Vergl. H.v.d.Broeck " 2000 Jahre Zülpich, 1968, S.173)



Das Rathaus


Das mittelalterliche Rathaus wurde bis auf den Rathausturm im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Grundsteinlegung zum neuen Gebäude fand im Jahre 1950 statt, jedoch nicht an der alten Stelle, sondern links neben dem Postgebäude, mittig auf dem Marktplatz.1982 wurde dann ein Neubau an das bestehende Gebäude angeschlossen (unten).


Rathaus heute (Foto: Justiz-Club Düren)
Rathausneubau - Foto: Justiz-Club Düren



Aus der älteren Geschichte des Rathauses

 

 

Rathaus mit Rathausturm 1933 ( Foto: Stadt Zülpich).


Im Erdgeschoss des ursprünglichen Gebäudes befand sich der Ratssaal, in dem auch die Sitzungstage des Euskirchener Amtsgerichts abgehalten wurden. In der ersten Etage hatten der Bürgermeister und die Verwaltung ihre Arbeitszimmer.


Heute dienen der Turm und seine Räume als Restaurant

(Quelle: GVZ, Liebertz-Ordner, Zülpich)



Die neue Kirche St. Peter auf
dem Mühlenberg


Die Kirche wurde in 2012 und 2013 vollständig saniert und renoviert. Unter anderem wurde auch die imposante Orgel reorganisiert. Seit dem 30.03.14 erstrahlt die Kirche in neuem Glanz. 



Foto: JCD


Die Grundsteinlegung 1953

 

848 wird das Zülpicher Gotteshaus  St. Peter erstmals urkundlich erwähnt. Mit den  Jahren wurde sie mehrfach  umgestaltet bzw.  erweitert. Am 24.12.1944 wurde sie durch  den alliierten Bombenangriff  vollständig zerstört.


Der Grundstein zur neuen Peterskirche wurde am 13. September 1953 um die Reste der alten Krypta  herum gelegt, die Kirchweihe erfolgte 1957 nach dem Bau des freistehenden Turmes, der leicht gedreht nordöstlich des Hauptgebäudes angeordnet ist.


Oberstudiendirektor Dr. Geiser verlas die Urkunde zur Grundsteinlegung am 13.9.1953


 

Oberpfarrer K.v. Lutzenberger

"In der Nähe der Pfalz Karls des Großen zu Zülpich entstand schon um 800 n. Chr. ein verehrungswürdiges Heiligtum des seligen Apostels Petrus, das in unruhigen Zeiten mehrfach durch Krieg und Feuersbrunst zerstört und wieder erstellt wurde. Letztmalig wurde es am Heiligen Abend 1944 vollständig vernichtet, als Oberpfarrer Karl von Lutzenberger unter den Trümmern den Tod fand. An der gleichen geheiligten Stelle wollten die christlichen Bürger der alten Stadt Zülpich eine neue Kirche zum größeren Ruhme des allmächtigen Gottes,  zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau Maria, des heiligen Josef und des heiligen Apostels Petrus erbauen. Im festen Glauben und in der Hoffnung auf die Hilfe des Allerhöchsten beginnen sie den Wiederaufbau; sie vertrauen dabei der Fürbitte ihres Pfarrpatrons und aller Heiligen ihr ganzes Leben hindurch bis  zum Tode.

 

Der Grundstein wurde gelegt am Tage der 2000 Jahr-Feier ihrer Vaterstadt, am 13. September 1953, im 14. Jahre des Pontifikats unseres Heiligen Vaters, Pius XII. (Foto), als Josef Kardinal Frings Erzbischof von Köln, Theodor Heuß Präsident der Deutschen Bundesrepublik, Konrad Adenauer Bundeskanzler, Karl Arnold Ministerpräsident, Wilhelm Warsch Regierungspräsident von Köln, Josef Pfeiffer Bürgemeister von Zülpich und Dechant Damian Dederich Oberpfarrer von St. Peter war.


Des zum Zeugnis wurde diese Urkunde im Namen aller katholischen Bewohner Zülpichs unterschrieben und in den Grundstein eingelassen.


Geschehen zu Zülpich am 13. September 1953"


(Quelle: Stadt Zülpich, Kölnische Rundschau vom 17.09.1953, Liebertz -Ordner  ZGV in der Landesburg in Zülpich)


 


Geschnitzte Altäre und Krypta -

und der Kaiser zu Besuch.

 

Flandrischer Schnitzaltar in der Peterskirche. Foto: Justiz-Club Düren



Flandrischer Schnitzaltar, 1500

Besonders sehenswert im neuen Kirchengebäude sind die  ge- schnitzten Antwerpener Schrein-altäre und die neugotischen Beich-stühle.








Die  romanische Krypta aus der Stauferzeit,  die  Kaiser Wilhelm II. bei einem Besuch in der Stadt im Jahre 1911 besichtigte, wurde von 1880 bis 1904 und 1935 -1937 umfassend restauriert. 1953 wurde das Gewölbe der Chorkypta erneuert. Die Krypta ist das älteste Stück Kirche Zülpichs. In ihr befinden sich zwei Tafeln, die auf die Taufe Chlodwigs hinweisen.

 

 

 

 Ein kleiner Blick zurück

 

Die ehemalige Peterskirche kurz vor ihrer

Zerstörung am 24.12.1944

Foto: Stadtarchiv Zülpich

Foto: Quirinusplatz mit Brunnen, Propstei.


Skizze der alten Peterskirche um 1900

 

 


Der Kaiser in Zülpich


Kaiserbesuch 1911 - Foto: Stadtarchiv Zülpich

1911 stattete der Deutsche Kaiser, Wilhelm II. der Stadt Zülpich einen kurzen Besuch ab. Am Kölntor waren Tribünen errichtet und auf den Türmen der Stadt waren Fanfarenbläser damit beschäftigt, das Ankommen des "Imperators" anzukündigen. Währenddessen fuhr der Tross mit "Seiner Majestät" mit zahlreichem Gefolge  zur Kirche ( oben).


In der Krypta kam es dann zum Eklat: Dem Deutschen Kaiser wurde die hier seit 1811 aufbewahrten französischen Steintafeln aus Marmor mit goldener Aufschrift aus der ehemaligen Franzosenzeit gezeigt, die den fränkischen Sieg Chlodwigs über die „Germanen“ feiern. „Ein Sieg über die Germanen“, das kann Seine Majestät nicht verdauen. Beleidigt verließ der Imperator die Kirche.

Zülpich bekam noch eine weitere Tafel (aus Berlin) in gleicher Größe geschenkt. Mit großer goldener Schrift wurde hier an den Kaiser-Besuch am 19.10.1911 in Zülpich erinnert.


Übrigens: Auf Veranlassung Kaiser Napoleons I. ließ das Institut de France im Jahre 1811 zwei Marmortafeln am Hauptstadttor und in der Krypta der Peterskirche anbringen. Später brachte man auch die 2. Tafel in die Krypta.

Quelle: Heribert van der Broeck, 2000 Jahre Zülpich, S.59



Fotos: Geschichtsverein Zülpich/Stadt Zülpich


 



Die Propstei neben der Kirche


 

Foto: JCD



Die Martinskirche -

Insgesamt dreimal ausgebrannt.


Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Kirche zum ersten Mal nieder. Am 28. Februar 1647 brannte das nur notdürftig wiederhergestellte Gotteshaus ein zweites Mal aus. Und am 23.04.1952 brannte die Kirche zum letzten Mal nieder.


 

Die alte Martinskirche, deren Ursprung vielleicht in die Zeit der Karolinger zurückgeht, hat früher in der Gegend des jetzigen Friedhofs gestanden, und zwar in Mersburden. Nachdem Erzbischof Sigfried von Westerburg um 1279 einen Mauerring um Zülpich anlegen ließ, wurde die alte Kirche  abgerissen und an der Stelle, wo sie jetzt steht, 1285 neu aufgebaut.

( Quelle: H.v.der Broeck " 2000 Jahre Zülpich" S. 89)



 

Heute Begegnungsstätte für die Bevölkerung.


Die Martinskirche diente den Franzosen um 1800 als Wohn- und Lagerhaus. Der Rat der Stadt Zülpich beschloss 1988 den Ausbau der Kirchenruine zu einer neuen Begegnungsstätte (Foto)



Die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte , die mit dem 31.12.1997 fertiggestellt waren,  können als Konzert-, Theater- und Vortragsraum bis 100 Personen, als Ausstellungs- und Gesellschaftsraum für größere Betriebs- und Vereinsfeiern sowie Familienfest aller Art bis 80 Personen genutzt werden.

Heutige Reste der Martinskirche.


Fotos: Archiv JCD

 

 

Die Gasthauskapelle - für die kleine Gemeinde



Die Gasthauskapelle wurde 1454 aus Buntsandstein erbaut. Sie wurde an das 1350 erstmalig erwähnte erste Zülpicher Hospital für Arme, Krüppel und Blinde angebaut. Die dreijochige und 15 Meter lange Kapelle ist der Heiligsten Dreifaltigkeit, der Muttergottes, dem hl. Georg, der hl. Agatha, der hl. Magdalena und der hl. Barbara geweiht. Zur Ausstattung gehört ein geschnitzter Altar mit Marienstatue, der laut Inschrift 1425 errichtet wurde. Zur Ausstattung gehören weiter eine kleine Pieta aus dem 15. Jhd., eine Matthias-Figur sowie Steinreliefs der hl. Barbara und des hl. Antonius.


1882 wurde das ehemalige Gasthaus wieder von der Kirche erworben und nach dem 2. Weltkrieg vorerst als Gotteshaus eingesetzt.                 


(Quelle: Erzbistum Köln: http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/seelsorgebereich_zuelpich-V8/gemeinsam_glauben_leben/gemeinden/Zuelpich/zuletztz aufgerufen am 8.10.2017----------Foto: Archiv JCD



 

Das Kriegerdenkmal 1870/71

auf dem Marktplatz

 

Foto: Justiz-Club Düren


Seit dem späten Mittelalter ist der städtische Markt historisch bezeugt.

Das im August 1913 errichtete und sechs Meter hohe Denkmal wurde nicht in Erinnerung an den Frankenkönig Chlodwig erbaut. Die Reckenfigur auf dem Sockel  soll vielmehr an die Gefallenen des Krieges von 1870/71 gemahnen. 

 

2014 restauriert: Der alte Brunnen auf der Marktplatz.

Foto: JCD




Das Ehrenmal am Wallgraben

zwischen Bach- und Kölntor


Grundsteinlegung 1928


Quelle: GVZ, Liebertz-Ordner, Zülpich

 

Oben: Grundsteinlegung für das Kriegerdenkmal im Wallgraben im November 1928.

Im Vordergrund, mit dem Hammer in der Hand, Beigeordneter Peter Kammerscheid, links daneben Tierarzt Tönnes und rechts daneben Stadtverordneter Fritz Klauke.

Das Denkmal heute - Foto: Justiz-Club Düren.



1937 fand die Ehrung für die Gefallenen des 1. Weltkrieges auch am Zülpicher Kriegerdenkmal unter militärischer Beteiligung statt. Während die Ehrung heute am Volkstrauertag im November stattfindet, fand sie früher  am zweiten Sonntag im März (Heldengedenktag) statt (Foto unten).

 

(Quelle: GVZ, Liebertz-Ordner) Zülpich





Friedhofskapelle

an der Römerallee, Zülpich


Neoromanische, einschiffige Backsteinkapelle,

Ende des 19. Jahrhunderts erbaut.

Friedhofskapelle, Römerallee, Zülpich
Fotos: Justiz-Club Düren


Oben: Der Innenraum der Friedhofskapelle

Foto: Justz-Club Düren





Marien-Kapelle "Am Bildchen"


Die Marienkapelle wurde um 1810 in einen Turm der Stadtbefestigung eingebaut. Ein Handwerker aus Zülpich soll die Kapelle in den Turm der Stadtmauer eingepasst haben. Sie dient seit dieser Zeit der stillen Andacht.



Den Backsteinbau krönt eine aus Holz bestehende Halblaterne mit Zeltdach, auf der eine blecherne Marienfigur thront (rechts). Die vier Säulen des in weiß gefaßten Holz-Altares umrahmen das Gnadenbild der Pieta.

 

 


 

Vorderansicht der Kapelle "Am Bildchen"


Rückansicht der Kapelle


Innenraum der Kapelle mit Altar ( Fotos: Justiz-Club Düren)




Vinzenz-Kapelle im Geriatrischen Zentrum Zülpich, Kölnstraße


1890 erhielt das Krankenhaus durch eine

Stiftung eine Kapelle.



Dort, wo heute das Geriatrische Zentrum liegt, befand sich bis zum Beginn der französischen Besatzung im Jahre 1802 ein Kapuzinerkloster, das 1638 erbaut wurde.


1883 übernahmen die Schwestern vom hl. Vinzenz das Kloster und nutzten es seit 1888 als Krankenhaus der Stadt Zülpich.Es war eine Stiftung des 1883 verstorbenen Gutsbesitzer Karl Brabender. 1890 erhielt das Krankenhaus eine Kapelle - die Vinzenzkapelle ( Fotos unten)


Foto oben: Justiz-Club Düren



Bauliche Erweiterungen wurden in der Zeit von 1914 bis 1915 sowie von 1939-1945 durchgeführt. Das Haus wurde bis 1966 von den Vinzentineriennen  betreut, ab 1966 von weltlichen Schwestern. Unten: Krankenhaus um 1968.



Heute bezeichnet man  das Krankenhaus als Geriatrisches Zentrum Zülpich.

Das Krankenhaus heute - Foto: JCD


Textquelle: Erzbistum Köln




Der ehemalige jüdische Friedhof

"An der Karlsruhe"

am Weiertor


Schon weit vor 1604 existierte

in Zülpich ein jüdischer Friedhof

am Münstertor


Friedhöfe am Münster- und am Weiertor


Jüdischer Friedhof " An der Karlsruhe" vor dem Weiertor - Aquarell von Kaspar Pütz ( Im Besitz des Zülpicher Geschichtsvereins, Burg Zülpich.


Ein  weit vor dem Jahr  1604 belegter Friedhof lag offenbar an anderer Stelle vor der Stadt:

 

Bürgermeister, die Schöffen und der Rat hatten 1604 ein ungerodetes Gelände in Zülpich  -  "genannt  "die Gracht" - am Münstertor  an den Juden Joseph für 2 Taler auf Lebenszeit verpachtet.


Da die Friedhofsfläche mit Dornenhecken und Unkraut durchwachsen war, musste das Gelände erst gerodet werden, bevor es als Friedhof genutzt werden konnte.[1]


Foto: ZGV/Liebertz-Ordner Zülpich


Später lag der Friedhof im Westen der Stadt in der Nähe des  Weiertors. Ende der 1950er Jahre wurden die letzten 225 Gräber auf den Friedhof in Köln-Ehrenfeld umgebettet, weil die Fläche dem Braunkohlenabbau vor den Toren Zülpichs weichen musste.


Von den jüdischen Friedhöfen in Zülpich ist heute nichts mehr übrig.


[1] Vergl. Peter Hützen, Rheinland-Verlag, Abtei Brauweiler, Publikationsstelle Landschaftsverband Rheinland, ISBN 3.7927.0633-4, Seiten 56/57

 

Am 05.02.1958 erfolgte die Umbettung von 225 Gräbern vom ehemaligen jüdischen Friedhof "An der Karlsruhe"  in Zülpich nach Köln-Ehrenfeld. Dort wurden auch 45 Grabsteine aufgestellt. 

 

Quelle: Verwaltung der Jüdischen Friedhöfe der Synagogen-Gemeinden, Köln.

https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-13011-20110706-5, zuletzt aufgerufen am 19.9.2017.



Die Synagoge in Zülpich -

Heute nur noch als Gedenktafel

 

Synagoge in Zülpich um 1850


            

Das Gotteshaus ist seit 1602 bezeugt,

1938 an die Stadt zwangsverkauft.

10. November 1938 richtiges Datum.


Die alte Synagoge in der Nähe der Marienkirche hinter dem Markt wurde 1848 durch einen neue Synagoge - einen massiven Backsteinbau - in der Normannengasse ersetzt.

 

Der Innenraum verfügte über 70 Männer- und etwa 40 Frauenplätze. Das Haus wurde am 11. August 1848 eingeweiht. Um 1902 umfasste die jüdische Gemeinde Zülpich die Bürgermeistereien Zülpich, Sinzenich, Enzen, Nemmenich und Kommern (bis 1932). Um 1880 umfasste die Gemeinde 113 Mitglieder, 1932 waren es 100.
(Quelle: Reuter 2007)



Normannengasse

1938 wude das Gebäude an die Stadt zwangsverkauft und

dennoch am frühen Abend des 10. November 1938 in Brand gesetzt. Noch im gleichen Jahr wurde das Gebäude dann abgerissen. Heute ist vor Ort keinerlei Bausubstanz mehr vorhanden. Nur zwei Gedenktafeln erinnern an das Haus Gottes in der Normannengasse (unten).  Auf der Tafel ist noch das unkorrekte Datum hinslichtlich des Brandanschlages  (08.11.1838)  eingearbeitet. (Vergl. Hans-Gerd Dick, 2015; Stadt Zülpich))



Gedenktafeln in der Normannengasse - Foto: Justiz-Club Düren


Nach dem Abriss der Gebäudes 1938 und nach dem Übergang in das Eigentum der damaligen NS-Regierung wurde das Grundstück nicht wieder bebaut. Es wechselte bis heute mehrfach den Eigentümer. Eigentümer bis in die 1950er Jahre war die Jewish Trust Corporation


(Vergl.: Franz-Josef Knöchel LVR KuLaDig.2012,unter Ergänzung durch H.G.Dick, Stadt Zülpich, 2015)





Evangelische Gemeinde zu Zülpich


Christuskirche in Zülpich, 1950er Jahre (Foto: Evangelische Gemeinde Zülpich)

 

Am 15. April 1951 wurde der Grundstein für eine eigene Kirche in Zülpich gelegt, die am 09. Dezember d.J. eingeweiht wurde. Am 01. April wurde Zülpich aus der Gemeinde Euskirchen ausgepfarrt und selbständige Pfarrstelle mit insgesamt 29 Dörfern.

 

Foto: Stadtarchiv Zülpich

Foto oben: Grundsteinlegung am 15.4.1951 durch Superintendent Pfarrer Weisser, rechts Pfarrer Christian Wegener.



Die Kirche verfügt  seit 1957 über eine Orgel der Firma Schuke aus Berlin. 1958 wurde dann ein separates Jugendheim errichtet. 1975 wurde an die Kirche ein Gemeindezentrum angefügt.

Foto: Justiz-Club Düren


Seit 1988 trägt die evangelische Pfarrkirche den Namen " Christuskirche". Foto: Sammlung JCD

 

 



 

Justelinchen

 

Wissenswertes von Justelinchen:


Zur  Stadt ZÜlpich gehören insgesamt 25 Ortschaften.

Die kleinste ist Eppenich (140 Einwohner)

und die größte nach Zülpich (5723) ist

Schwerfen (1545 Einwohner) Stand: 2014





Zum Schluss


Tipp der Redaktion



Das Römerbad

3. Jahrhundert n.Chr.  - freigelegt ab 1929


Die Entdeckung:


Jahrhundertelang blieb die ca. 400 m große römische Thermen-Anlage im Boden nahe der Peterskirche der Öffentlichkeit verborgen

Als im Jahre 1929 in Verbindung mit der Kanalisation der Stadt Zülpich auf dem Mühlenberg  östlich, nördlich und westlich der Peterskirche durch Kanalgräben bis zu 3 Meter tiefe Gräben durchzogen wurde, durchschnitt man eine Reihe römischer Mauern. 


Am 29. Mai 1931 schlug eine Spitzhacke eine 85 mal 70 cm große Granitplatte durch, unter der in einem Hohlraum mehrere aus Rundziegeln aufgebaute Säulchen sichtbar wurden (unten) - die ersten Belege dafür , dass man auf eine ehemalige römische Heizanlage gestoßen war.


Foto: HOWI - Horsch, Willy - CC-BY-SA 4.0 zuletzt 28.07.2017


1936 stieß man dann auf Überreste eines antiken römischen Wasserbeckens mit  Heizungssystem aus dem 2. Jahrhundert n.Chr.


Als am Heiligen Abend 1944 die Peterskirche und Propstei durch die Luftangriffe der Alliierten fast völlig vernichtet wurden, blieb die römische Badeanlage eher unbeschädigt und konnte nach dem Krieg der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Ausgrabungen Ende der 1970er Jahre brachten weitere Reste der Thermen zu tage. 2008, am 29. August, wurden die "Römerthermen Zülpich-Museum der Badekultur" eröffnet.  Das Herzstück des Museums sind wohl die einzigartigen Thermen, die man heute als die besterhaltesten ihrer Art  nördlich der Alpen bezeichnen darf (vergl.www. romerthermen -zuelpich.de)


Seit 2009 befindet sich das Museum in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland.


Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur - Eigenes Werk CC BY 3.0

Die Badeanstalt stammt aus dem 2. Jahrhundert und wurde nach vielen Umbauten  schließlich im 4. Jahrhundert wieder aufgegeben und blieb seit dem ungenutzt.




Links: Blick in das Caldarium mit den Hypokausten unter der Badewanne



 

Museum - Foto: Justiz-Club Düren

Dauerausstellung Badekultur:

Römerzeit

Mittelalter

Frühe Neuzeit

Neuzeit


Zur Homepage


Römerthermen Zülpich

 






Über die Zusendung von Fotos und Textmaterial das Thema betreffend wäre ich sehr dankbar. hpm56@t-online.de

Heinz-Peter Müller

 

 

 






Weiteres Quellenverzeichnis:

   

(1) Seite „Zülpich“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. März 2017, 16:20 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Z%C3%BClpich&oldid=163979261 (Abgerufen: 22. Juli 2017, 19:15 UTC

Quellen:https://de.wikipedia.org/wiki/Zülpich



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Münstertor, 1945
Zülpich, 1945, Amerikaner Richtung Ülpenich
Amerikanischer Panzer in Zülpich, 1945,

 

   Fotos: A.Trostorf, Merode



Kleine Galerie

 "Das historische Zülpich

entdecken"

 

Preußischer Meilenstein 1855, Zülpich
Meilenstein nähe Münstertor.

Das Original dieses römischen Meilensteins steht im Museum auf dem Mühlenberg.



Die vier Stadttore


 Das Münstertor wurde im Jahr 1357 als erstes der vier Stadttore am südlichen Ende der Münsterstraße errichtet. Die Straße durch das Tor führte nach Münstereifel.


Münstertor


Das Bachtor wurde im Jahre 1393 am Ende der Bachstraße im Norden Zülpichs erbaut. Der Verkehr läuft heute westlich am Tor vorbei.

Bachtor


Das Kölntor wurde Ende des 14. Jahrhunderts (1390)  von Friederich III. von Saarwerden errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Tor mit  Panzersperren versehen, die heute noch sichtbar sind. Der Verkehr läuft heute um das Tor vorbei.

 

Kölntor


Das Weiertor wurde Ende des 14. Jahrhunderts im Westen der Stadt gebaut.

Hier befand sich lange Jahrzehnte ein Gefängnis, dessen Räume heute nicht mehr erhalten sind.

Weietror 1830

Der Turm wurde durch Bombenangriffe im

2. Weltkrieg zu 80 %  zerstört. Der rechte Turm wurde erst 1974 wieder aufgebaut.

Der eigentliche Torturm ist heute nicht mehr erhalten.

 

Weiertor (Fotos: Justiz-Club Düren)



Rathausturm heute
Stellen der Brückenauflage (Pfeiler) für Zugbrücke.
Ehemaliges Fluchttor an der Burg (Südwestseite)
Aussichtsturm


Aufgang zum Turm


Stadtmauer, v.Lutzenberger Straße
Treppe zur Turmbesteigung
Quirinusbrunnen heute.Der um 1130 errichtete Brunnenkorpus wurde 2008 gründlich gereinigt, der schmiedeeiserne Aufbau generalüberholt.
Stadtmauer, heute Frankengraben
Burg, Süd-West-Seite
Blick auf die Burg von Westen
Blick durch Rundbogen auf Quirinusbrunnen.



Quirinusbrücke
Quirinusbrücke
Der Mutter Gottes geweihte Kapelle, die man in einem alten Mauerturm eingebaut hatte, Anfang 19. Jahrh.


Propstei und Brunnen heute

 

 Die Rochuskapelle in Zülpich ehrt den Heiligen Rochus von Montpellier. den Schutzpatron der Pestkranken. Sie wurde 1670 durch den Magistrat der Stadt Zülpich errichtet, nachdem von 1666 bis 1669 in Zülpich 350 Menschen an der Pest gestorben waren.

Foto:  Justiz-Club Düren


 

"Friedrich von Saarwerden (* um 1348 in Saarwerden; † 9. April 1414 in Bonn) war als Friedrich III. von 1370 bis 1414 Erzbischof von Köln."


Siegfried von Westerburg (auch: Sigfrid oder Sifrid; * vor 1260; † 7. April 1297 in Bonn) war von 1275 bis 1297 Erzbischof des Erzbistums Köln.

 

Quelle: Siegfried von Westerburg https://de.wikipedia.org, 25.7.2017 und Friedrich von Saawerden

 

 

 Flandrische Schnitzaltäre

 

Schnitzaltar Peterskirche
Taufbecken, Peterskirchen


Papiermacher, 1798, Foto:JCD

 

Kreuz, Weiertor, Foto JCD

 

Wegekreuz, Foto:JCD
Kreuz Münstertor, Foto:JCD
Mauer an der Kirche
Mauer am Gottsberg
Mauer Geicher Gasse.
Mauer am Kölntor

 

 

 


 ...wird fortgesetzt