06. November 2002

Justitia in neuem Glanz

Schöffengerichtssaal renoviert

 

 

Der neue Saal 1.07

 

Saal 107
Ausschnitt aus Dürener Zeitung Nr. 258/131 v.7.11.2002

 

V.l. stellv.Direktor Helmuth Johnen, Direktor Manfred Neukirchen, Elmar Spölgen vom Landesbetrieb und Dr. Bernd Scheiff vom OLG Köln

Foto: C. Lammertz

 

 

Wer auf der Anklagebank sitzt, den wird es kaum trösten. Doch beim Amtsgericht war man stolz auf das neue Erscheinungsbild des Schöffengerichtssaals 107.  

 

 

Saal 107 des Amtsgerichts Düren

Das Land Nordrhein-Westfalen investierte erfolgreich  in den Raum, der nach vier Monaten Arbeit am 06. November 2002 heller ist, eine bessere Akustik hat und dazu noch viel attraktiver aussieht. Für die Renovierung waren das Oberlandesgericht Köln und der Bauliegenschaftsbetrieb NRW verantwortlich. Sie war dringend nötig: Die alte Decke musste raus, neue Fenster und eine neue Beleuchtung rein. Zudem mussten alle Holzteile saniert werden, Böden wurden gebeizt, geschliffen und zu neuem Glanz gebracht.

 

Schöffensaal 107
Der neue Saal 107

 

Blick aus dem Zuschauerbereich in den Amtsgerichtssaal 1.07 im 1. Stock.

 

An dem Kopfende (1) sitzt - etwas  leicht erhöht-  das Jugend/Schöffengericht, bestehend aus der Vorsitzenden bzw. dem Vorsitzenden und  zwei ehrenamtlichen Richter/innen, daneben sitzt (2)  d. Protokollführer/in.    

 

Rechts   (3) im neuen  Verhandlungssaal 107  nehmen Vertreter/in der Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, etwaige Sachverständige  und die sonstigen Beteiligten ihre Plätze ein.

 

Mitte des Bildes  (5)  sieht man den Standort für die Zeugenvernehmung. Die Angeklagten nehmen mit ihren eventuellen Verteidigern den Platz halblinks auf dem Bild /Tischreihe ( 4 )  ihre Plätze während der Verhandlung ein. Hier sitzen auch ggf. die Dolmetscher und ges. Vertreter der Angeklagten.

 

Gefangene werden aus dem Keller des Gerichts direkt durch einen separaten  Zugang ( 6 ) in den Sitzungssaal geführt ( im Foto nicht erkennbar).

 

 

 

 

Erzengel Michael

 mit "Blick in den Saal"

 

 

Erzengel Michael
Erzengel Michael mit Schwert und Seelenwaage.



An der Kopfseite sieht man eine

 Darstellung des Erzengels Michael

in Gestalt der christlichen Justitia

 

Der Künstler Henryk Dywan aus Solingen hatte die

Figur 1963 aus Eichenholz gefertigt.

 




Eine nette Geschichte rankt sich um diese Figur, die  seinerzeit auch außerhalb Dürens von sich Reden machte:

 

Während einer Hauptverhandlung Anfang der 1980er Jahre  im Schöffensaal des Amtsgerichts Düren hatte sich in der Figur durch Spannungen im Holz  ein Riss gebildet.

Dieser Riss im Holz verursachte während des Plädoyers des Staatsanwaltes zwei derart laute Knallgeräusche, dass man den Saal wegen der unbekannten Gefahr, die drohte, räumen ließ. 

 

Für den Angeklagten und seine Verteidigung war dies ein eindeutiges Zeichen, dass hier die göttliche Obrigkeit mit dem Verhandlungsergebnis wohl nicht zufrieden zu sein schien. Ob sich  das Dürener Schöffengericht in dieser Verhandlung von dem Zwischenfall in seiner Urteilsfähigkeit beeinflussen ließ, ist nicht überliefert.



                  Ausmalung des Sitzungssaales 1947

durch den Maler Jean Schmitz

 

 


 

 

 

Entwurfszeichnung zur Wandmalerei im Sitzungssaal des Amtsgerichts Düren von 1947, die in späteren  Jahren komplett überstrichen wurde. Sie stellt eine Häuserzeile am Markt mit dem alten Dürener Rathaus dar, das in alten Zeiten ( bis 1879) auch als Gerichtsstätte diente.


Quelle: Dürener Geschichtswerkstatt, Spuren Nr. 28, März 2016

 

 

 

 


Schöffensaal 107
Warteraum vor Saal 107

 

Saal 107

 

 

 

Termin außerhalb des Saales

"Das Gericht kann auch außerhalb des Gerichts-gebäudes tagen. So kann es während eines Ortstermins (wenn etwa ein Tat- oder Unfallort oder ein Grundstück in Augenschein genommen werden soll) im Freien tagen. Im Anschluss an den Ortstermin kann auch z.B. ein Zimmer in einer Gaststätte zum Gerichtssaal werden. In diesen Fällen sind dieselben rechtlichen Bestimmungen zu beachten, die auch für Gerichtssäle innerhalb des Gerichtsgebäudes gelten."

Quelle: Gerichtssaal - https://de.wikipedia.org

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Erzengel Michael -Saal 107

 

 

Die Seelenwaage (auch Seelenwägung) gilt in der christlichen Ikonografie als eines der beiden Attribute des Erzengels Michael.

 

Sein Charakter ist es, sich gegen jeden zu stellen, der Gott als oberste Institution in Zweifel zieht. Michael

gilt insbesondere als Bezwinger des Teufels in Gestalt des Drachen sowie als Anführer der himmlischen Heerscharen. Für diesen Status des Erzengels steht als Symbol sein Feuerschwert.

 

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Henryk Dywan:

1933 im früheren west-preußischen Konitz geboren.

1950 bis 1954 Hand- werkliche und künstlerische Ausbildung bei Bildhauer Ludwig Nolde in Osnabrück. 1954-1960: Studium in Köln bei Professor Ludwig Gies an der Fachhochschule für Kunst und Design - Werkschule.1960 -2013: Eigenes Atelier in Solingen.1993: Kunst- preis der Stadt Solingen Stiftung Baden.