Das Familiengericht - Scheidung und mehr...

 

Scheidung

Die Zahlen lassen sich nicht wegdiskutieren. Rund jede zweite Ehe hält nicht – egal wie feierlich sie begonnen hat. In den letzten Jahren schwankte, so das Statistische Bundesamt, die Scheidungsrate zwischen 49,0 und 50,9 Prozent. Im Bezirk des Amtsgerichts Düren werden jedes Jahr durchschnittlich rund 550 Ehengeschieden. Im Nordkreis ist das Amtsgericht Jülich zuständig. Generell gilt, dass bei einer solchen Trennung kein Weg am Gericht vorbei führt.

 

Zuständig ist das Familiengericht. Die Scheidung selbst dauert nur wenige Minuten. Das Gericht befragt die Noch-Eheleute, ob sie die gesetzlich vorgeschriebene Trennungszeit eingehalten haben und ob sie Chancen für eine gemeinsame Zukunft sehen. Deshalb ist auch die persönliche Anwesenheit unbedingt erforderlich.

 

Vor dem Scheidungstermin sind einige Formalitäten zu erledigen.

 

Stichwort Versorgungsausgleich. Die während der Ehe von den Eheleuten erworbenen Rentenanwartschaften sollen Beiden gleichermaßen zugute kommen. Eine Frau etwa, die während der Kindererziehung nicht berufstätig war und in dieser Zeit kein eigenes Einkommen hatte, soll später als Rentnerin nicht benachteiligt werden. Von Amts wegen schaltet das Gericht die Rentenversicherungsträger ein, um Ansprüche zu klären, damit diese dann auf dem Rentenkonto ausgeglichen werden. Erst wenn die rentenrechtlichen Angelegenheiten geklärt sind, wird die Ehe geschieden..

 

Ein besonderesund viel sensibleres Kapitel ist die Frage, was mit den Kindern geschieht, falls diese nicht volljährig sind. Über das Sorgerecht wird nicht mehr zwangsläufig entschieden, es bleibt zunächst automatisch bei beiden Eltern.

 

Es ist bekannt, dass Kinder bei Scheidungen die Leidtragenden sind. Nicht zuletzt deshalb gilt das Hauptaugenmerk der Familienrichter/innen stets dem Wohl der Nachkömmlinge. Um sich ein besseres Bild machen zu können, kommt der Nachwuchs bei Gericht selbst zu Wort. Da ein Gerichtssaal mit Menschen in schwarzen Roben nicht gerade kindgerecht wäre, hat das Amtsgericht Düren ein spezielles Kinderzimmer mit Kuscheltieren, bunten Bildern an den Wänden und einem gut gefüllten Regal mit Kinderspielen. Dort findet d. jeweilige Richter/in die Atmosphäre vor, um von dem Kind selbst eigene Ansichten und Wünsche zu erfahren, die zur Beurteilung wichtig sind. Die Richter/innen machen nämlich nach eigenem Bekunden immer wieder die Erfahrung, dass die Kinder gerade durch den Streit der Eltern besonders belastet sind. In allen Fällen streben die Richter/innen zum Wohl des Kindes eine einvernehmliche Regelung zwischen den Eltern an.

 

Das Familiengericht arbeitet natürlich mit anderen Behörden eng zusammen. So spielen meistens die Jugendämter eine wichtige Rolle, aber auch Beratungsstellen rund um das Wohl von Familien. Hinzu kommen mitunter Verfahrensbeistände. Das sind unter anderem selbständige Sozialpädagogen, die als „Anwalt des Kindes“ eingeschaltet werden.

 

Überhaupt gilt: Jeder Fall wird individuell behandelt.  

 

Wichtiges Aufgabengebiet des Familiengerichts sind die über 500 Unterhaltsverfahren, die in Düren durchschnittlich pro Jahr anfallen. Der Unterhaltsbeitrag richtet sich nach den „Düsseldorfer Tabelle“ und berücksichtigt neben dem Alter des Kindes auch die Höhe des Einkommens des Unterhaltspflichtigen. Ob auch für den Ex-Partner oder die Ex-Partnerin Unterhalt zu zahlen ist, hängt von vielen Kriterien ab. In allen Fällen ist eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls erforderlich.

 

Adoptionen fallen ebenfalls in die Zuständigkeit des Familiengerichts. Pro Jahr sind das in Düren zwischen zwei und drei Dutzend. Abstammungssachen, wenn etwa die Vater-schaft ungeklärt ist, werden vom  Familiengericht juristisch begleitet.

 

Bei Verstößen gegen das Gewaltschutzgesetz erteilt das Familiengericht Auflagen gegen Beschuldigte. Dahinter verbergen sich Nachstellungen (auch als Stalking bekannt), Belästigungen oder Bedrohungen oft unter Ex-Partnern, aber auch unter Nachbarn.

 

 

 (Quelle: Hartmut Prüss, Niederzier)

 

 

 Familiensachen sind gem.§ 111 FamFG:

 

 

  1. Ehesachen: Scheidung, Aufhebung oder Nichtigerklärung einer Ehe
  2. Kindschaftssachen: Vaterschaftsanfechtung, Vaterschaftsfeststellung
  3. Abstammungssachen
  4. Adoptionssachen,
  5. Ehewohnungs- und Haushaltssachen
  6. Gewaltschutzsachen
  7. Versorgungsausgleichssachen
  8. Unterhaltssachen
  9. Güterrechtssachen
  10. sonstige Familiensachen
  11. Lebenspartnerschaftssachen: Aufhebung, Unterhalt, Wohnung, Hausrat

 

 

Quelle:Familiensache (Recht) - https://de.wikipedia.org Stand 1.3.2015

 

 

 

   Düsseldorfer

   Tabelle 2016

 

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