Das Ausbildungszentrum
im Amtsgericht Düren

Am 01. April 1963 nahm diese Einrichtung ihren Betrieb auf.

 

Ausbildungszentrum in der 2. Etage
Ausbildungszentrum, 2. Etage (Foto: Amtsgericht Düren, Text: Hartmut Prüss)

 

 

 

 

Dass es beim Amtsgericht Sitzungssäle, Geschäftsstellen und Beratungsstellen gibt, ist bekannt. Aber wer würde in den altehrwürdigen Mauern des Gebäudekomplexes an der August-Klotz-Straße eine Schule vermuten?

Und dennoch gibt es sie, wenngleich sich diese Einrichtung nicht mit einer Schule im herkömmlichen Sinne vergleichen lässt. Bis Ende der 90er Jahre hieß sie „Ausbildungskanzlei“, seit1998 „Ausbildungszentrum“. Am 1. April 1963 nahm diese Einrichtung ihren Betrieb auf.

 

 

 

Spezielle Kenntnisse

 

Neben den praktischen Arbeiten, die in einem Amtsgericht anfallen, sind die speziellen Kenntnisse in Rechtsfragen enorm wichtig. Um diesbezüglich ein solides Fundament zu erhalten, werden die Auszubildenden neben der Berufsschule im Dualen System hier intensiv in allen theoretischen Fragen auf ihre Berufstätigkeit vorbereitet. Im Bezirk des Landgerichts Aachen gibt es übrigens nur drei Ausbildungszentren, nämlich bei den Gerichten in Aachen, Schleiden/Eifel und Düren. So ist es auch nichtverwunderlich, dass Auszubildende aus Eschweiler, Jülich, Geilenkirchen oder Heinsberg im Amtsgericht Düren zeitweise die Schulbank drücken.

Wie wichtig die Vermittlung solider Kenntnisse in der Justiz ist, wird deutlich, wenn man liest, welch anspruchsvollen Aufgaben die Justizfachangestellten haben. Sie erteilen Auskünfte und gewähren Akteneinsicht, nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf, führen Datenbanken, überwachen alle Fristen, beglaubigen Schriftstücke und veranlassen Veröffentlichungen – um nur einige Beispiele zu nennen.


Bei der Schulung werden alle Bereiche beziehungsweise Abteilungen der Justiz berücksichtigt.

Stichwörter sind hier  etwa die Zivilprozesse, die Strafsachen, die Familienangelegenheiten, Grundbuch, Betreuungsverfahren sowie Nachlass- und Registerabteilung wie Vereins- und Handelsregister. Zudem lernen die Absolventen noch die gravierenden Unterschiede zwischen Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung kennen.

Für zwei wichtige Ausbildungsabschnitte aber  müssen die Auszubildenden nach Aachen:

Zur Praxisausbildung bei der Staatsanwaltschaft sowie zur Insolvenzabteilung, da sich diese für den Landgerichtsbezirk zentral beim Amtsgericht Aachen befindet.


Jeweils bis zu fünf Absolventen hat jedes Ausbildungsjahr beim Dürener Amtsgericht. Nachzweieinhalb Jahren findet beim Oberlandesgericht Köln die Abschlussprüfung statt.

 

Quelle: Hartmut Prüss, Niederzier 2013, Dürener Zeitung 9.3.2013

 

 

 

Schulische Voraussetzungen
Die zweieinhalbjährigen Ausbildungslehrgänge für Justizfachangestellte beginnen jeweils  am 1. August/September eines Jahres.  Voraussetzung ist die Fachoberschulreife oder ein gleichwertiger Schulabschluss.  In Einzelfällen reicht der Hauptschulabschluss nach 10 B.