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Ambulanter Sozialer Dienst

 

Der Ambulante Soziale Dienst (ASD) ist an jedem Sitz eines Landgerichts eingerichtet. Er umfasst die Fachbereiche Bewährungshilfe, Führungsaufsicht und Gerichtshilfe. Deren Aufgaben werden von diplomierten Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeitern oder Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen wahrgenommen.

Die Klientel besteht hauptsächlich aus straffällig gewordenen Personen mit vielfältigen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Überschuldung, Sucht, soziale Desintegration oder verringerte soziale Kompetenz. Die Fachbereiche des ASD greifen zu verschiedenen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Ansätzen in das Leben einer straffällig gewordenen Person ein.

 

Gerichtshilfe

 

Hauptaufgabe der Gerichtshilfe ist die Diagnose der persönlichen Verhältnisse und der sozialen Situationen der Straffälligen. Die Untersuchungen werden von der Staatsanwaltschaft, vom Strafgericht, der Strafvollstreckungsbehörde oder der Gnadenstelle beauftragt, um deren Entscheidungen unter sozialen Gesichtspunkten und mit wissenschaftlicher Expertise vorzubereiten.

Die Gerichtshilfe führt zudem als unparteiische Vermittlerin den Täter-Opfer-Ausgleich durch. Auch vermittelt und überwacht sie gemeinnützige Arbeit, wenn diese durch Gericht oder Staatsanwaltschaft angeordnet worden ist.

 

Bewährungshilfe

 

Das Gericht kann die Verurteilten während der Bewährungszeit der Aufsicht einer Bewährungshelferin oder eines Bewährungshelfers unterstellen. Ziel ist es, durch Hilfe zur Selbsthilfe Rückfälle in die Straffälligkeit möglichst zu verhindern. Durch Beratung und Betreuung sollen die Probanden lernen, ihr Leben eigenverantwortlich zu organisieren. Zudem überwachen Bewährungshelferinnen und -helfer die Erfüllung von Auflagen und Weisungen des Gerichts.

 

Führungsaufsicht

 

Der Fachbereich Führungsaufsicht betreut Verurteilte nach der Entlassung aus dem Strafvollzug oder einer freiheitsentziehenden Maßregel. Dies ist gerade bei einer ungünstigen Sozialprognose wichtig.

Durch die im Vergleich zur Bewährungshilfe erweiterten Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten sollen negative Entwicklungen rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Hierfür arbeiten die Führungsaufsicht, das aufsichtführende Gericht und andere Institutionen, wie zum Beispiel Maßregel- und Strafvollzug, Suchtberatungsstellen, Therapieeinrichtungen sowie Strafverfolgungsbehörden eng zusammen.

Die Führungsaufsichtsstelle liefert dem zudem Gericht auch eine Entscheidungsgrundlage für notwendige Anordnungen und Änderungen im Führungsaufsichtsverlauf.

 

 

Kurzer  Rückblick  auf eine lange Geschichte:

 

Bis Ende 1955 waren im Jugendgerichtsgesetz  und mit dem 2. Strafrechtsänderungsgesetz die Voraussetzungen für die Arbeit der Bewährungshilfe geschaffen worden. Zum 01. Juni 1956 berief der damalige Ausschuss für Bewährungsaufsicht Herrn Ernst Rath als ersten Bewährungshelfer für die Amtsgerichtsbezirke Düren und Jülich. Nach viermonatiger Wartezeit im Gebäude des Amtsgerichts bezog Ernst Rath sein erstes Büro in der Merzenicher Straße 2 in Düren. 2 Jahre lang arbeitete er dort als "Mädchen für alles", Sekretärin, Telefonist, Türöffner - und als Bewährungshelfer.

 

1958 war die Dienststelle Düren auch für die Amtsgerichtsbezirke Schleiden und Blankenheim zuständig.

 

1961 wurde mit August Görtz der zweite Bewährungshelfer eingestellt. Und in den weiteren Jahren wurde die Dienststelle immer weiter ausgebaut.

 

Ende der 1970er Jahre begann eine weitere massive Aufstockung der Bewährungshilfe. Mit Sabine Spitz kam 1980 die erste Bewährungshelferin hinzu. Mittlerweile wird die Dienststelle seit Jahren von den Frauen dominiert.

 

Die Bewährungshilfe hat ihre Büros seit vielen Jahrzehnten in der Kölnstraße 65 in Düren.

 

 

Ambulanter Sozialer Dienst der Justiz
des Landes Nordrhein-Westfalen
bei dem Landgericht Aachen
- Fachbereich Bewährungshilfe -
Kölnstraße 65
52349 Düren

 

Foto: Justiz NRW online